Schnupperrunde für Kneippkurort

Das Waldbad Klötze steht im Mittelpunkt des Kneippkurort-Projektes.

Klötze - Von Peter Lieske. Der Idee, Klötze zum Kneippkurort werden zu lassen, sollen nun Taten folgen. Bürgermeister Matthias Mann will Nägel mit Köpfen machen. Und dazu braucht die Stadt Mitstreiter. In einem ersten Gesprächsabend am 9. September will er abklopfen, wie weiter verfahren werden soll. Dazu sollen Vertreter der Gastronomie, des Tourismus und des Herbergsgewerbes eingeladen werden. Wie der Bürgermeister im Stadtrat weiter berichtete, werden „weitere Akteure gesucht, die mitziehen wollen“.

Zum Auftakt soll sich mit den Rahmenbedingungen und den Gesetzen zum Thema Kneippkurort befasst werden. Des Weiteren geht es um den aktuellen Stand und nicht zuletzt um die Werbung. Schließlich solle „nicht die Stadt allein die Karre ziehen“.

Der Kneipp-Gedanke spielt bei der von der Stadt gewünschten Fördermaßnahme am Waldbad mit Sanierung des Sanitärtraktes, dem Caravan-Stellplatz und einer Wassertretstelle eine Rolle (wir berichteten). Indem der Gutachterausschuss beim Land gehört wurde, sei noch keine Entscheidung gefallen. „Der ist keine Bewilligungsbehörde“, machte der Bürgermeister deutlich.

In welchem Rahmen würde sich der Kneippkurort bewegen, wollte Ratsmitglied Hans-Jürgen Zeitz wissen. „Alle Gastronomen, und nicht nur die in Klötze“ würden davon profitieren, reagierte Matthias Mann und sagte: „Ich bin für alle Initiativen offen.“ Allerdings vermisse er ein gewisses Engagement der Gastwirte. So will der Tourismusverband Altmark ein Prospekt herausbringen. Dafür seien 30 Gastronomen aus der Stadt angeschrieben worden. Nur zwei würden sich beteiligen.

Zum Kneipp-Gedanken machte Matthias Mann deutlich. Das Vorhaben sei „offen für alle von Jahrstedt bis Neuendorf.“ Das Waldbad sei nur ein Teil davon. „Davon profitiert nicht nur die Ortschaft Klötze, sondern die ganze Region.“

„Wenn wir schon über das Programm reden, dann muss aber auch etwas für das Freibad Kunrau dabei sein“, reagierte Ratsmitglied und Kunraus Ortsbürgermeister Uwe Bock. Der Klötzer Bürgermeister winkte ab. Auf dieses Thema wollte er im Rahmen der Kneippkurort-Diskussion nicht eingehen.

Dafür aber der Immekather Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Zeitz einen Abend später im Ortschaftsrat Immekath. Als er seinem Ortschaftsrat über das 500 000-Euro-Projekt in Klötze berichtete, nutzte er das Stichwort Waldbad Klötze, um auf das Freibad Kunrau einzugehen, über das in der vergangenen Woche diskutiert wurde (wir berichteten). In das „schöne Bad“ führen auch Immekather zum Baden. Ein Bad sei in jedem Fall ein Minus-Geschäft. Es sei aber auch eine „kulturelle Stätte, die nicht schon im Vorfeld zerredet werden darf“, sagte er und forderte: „Solche Stätten müssen erhalten bleiben.“ Er ärgerte sich, dass Bürgermeister Matthias Mann lediglich vom Defizit im Kunrauer Bad gesprochen hat. Wenn das Thema auf den Tisch kommt, dann müsse über beide Bäder nach dem Motto „Eines von beiden“ gesprochen werden. Mit der Schließung der Bäder in Kusey und Immekath sei die Badlandschaft bereits kleiner geworden. Hans-Jürgen Zeitz forderte den Bürgermeister auf, „er sollte vorsichtiger sein mit der Argumentation“.

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