Weil weniger als 50 Prozent belegt sind

Mieter müssen ausziehen: Neubaublock in Klötze soll abgerissen werden

Der Neubaublock im Wohngebiet An der Wasserfahrt in Klötze soll in naher Zukunft abgerissen werden. Die verbleibenden Mieter müssen ausziehen.
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Der Neubaublock mit 40 Wohneinheiten im Neubaugebiet an der Wasserfahrt in Klötze soll abgerissen werden.
  • Monika Schmidt
    vonMonika Schmidt
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Weil weniger als 50 Prozent der Wohnungen belegt sind, soll der Neubaublock An der Wasserfahrt 20 bis 23 in Klötze leer gezogen werden. Das hat der Vorstand der Klötzer Wohnungsbaugenossenschaft beschlossen. Das Unternehmen plant den Abriss des Gebäudes.

Klötze – Post von ihrem Vermieter haben vor wenigen Tagen die Mieter des Wohnblocks An der Wasserfahrt 20 bis 23 bekommen. Mit einer Ankündigung, die das Leben der Familien ordentlich durcheinanderwirbelt. Denn die Klötzer Wohnungsbaugenossenschaft hat beschlossen, dass der Block abgerissen werden soll. Die Mieter werden aufgefordert, sich mit dem Vorstand in Verbindung zu setzen, um neuen, passenden Wohnraum für sie zu finden.

Der Grund für den geplanten Abriss liegt auf der Hand – und im wirtschaftlichen Bereich: die hohe Leerstandsquote. 21 der 40 Wohnungen stehen leer. Das entspricht einer Quote von 52,5 Prozent und diese ist wirtschaftlich für die Genossenschaft nicht vertretbar.

Insgesamt beträgt die Leerstandsquote der Genossenschaft in Klötze knapp 25 Prozent. Schon das ist sehr viel, denn es fallen auch für die leer stehenden Wohnungen Kosten an, die auf alle Mieter und Genossenschaftsmitglieder umgelegt werden müssen. Im Fall des Blocks Nummer 20 bis 23 haben sich der Vorstand und der Aufsichtsrat der Wohnungsbaugenossenschaft für den Leerzug und anschließenden Abriss des Gebäudes ausgesprochen, um die Kosten zu minimieren. „Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, teilen Heike Meise und Roland Zander vom Vorstand den betroffenen Mietern in einem Schreiben mit. Aber aufgrund der demografischen Entwicklung und unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit der Mietobjekte „müssen wir diesen Weg gehen.“ Denn die Genossenschaft möchte ihren Mitgliedern und Mietern „guten Wohnraum zu vernünftigen Preisen“ bereitstellen. Bei einem Leerstand von über 50 Prozent ist das nicht gewährleistet, denn die Betriebs- und Instandhaltungskosten steigen damit weiter an. „Das ist nicht zumutbar für Mitglieder und Mieter und auch für uns als Genossenschaft untragbar“, hofft der Vorstand auf Verständnis für die Entscheidung.

Die Mieter aus den 21 noch belegten Wohnungen müssen sich mit dem Gedanken an einen Umzug anfreunden. Das fällt nicht allen leicht. So mancher wohnt schon seit dem Bau des Neubaus vor mehr als 40 Jahren in seiner Wohnung, verbindet viele Erinnerungen damit. Warum in anderen Orten Etagen zurückgebaut werden und in Klötze gleich der ganze Block abgerissen wird, verstehen sie nicht.

Der Vorstand der Genossenschaft beteuert, dass die Mieter mit ihren Sorgen nicht allein gelassen werden sollen. Das sei auch schon in anderen Fällen so praktiziert worden. Für das bisherige Umzugsmanagement habe die Genossenschaft von den Mietern ein positives Echo erhalten, machen Heike Meise und Roland Zander den Mietern des betroffenen Neubaublocks Mut, den bevorstehenden Umzug mit Zuversicht anzugehen. „Wir sehen uns als Ihre Partner.“

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