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„RoQ keeps equality“-Festival mit Familienfest „Familienfetzt“ in Quarnebeck

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Von: Lea Weisbach

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Viele Männer, Frauen und Kinder auf einer bunten Hüpfburg.
Die Organisatorinnen und Organisatoren, die Kinder und alle Anwesenden feierten nach vierjähriger Pause das „RoQ keeps equality“-Festival. © Lea Weisbach

Nach vierjähriger Pause organisierte der Verein „Junge Gemeinschaft Altmark“ erneut das „RoQ keeps equality“-Festival mit „Familienfetzt“ in Quarnebeck. Am Wochenende gab es Konzerte, Kultur und Bildung.

„Wir veranstalten hier kein Dorffest, sondern fördern die musisch kulturelle Vielfalt in der Region“, erklärte Pascal Lenz vom Verein „Junge Gemeinschaft Altmark“. Die Mitglieder rund um Lenz, Sebastian Otte, Elisa Friedrichs und Nicole Richter organisierten das „RoQ keeps equality“-Festival, was so viel wie „Musik sichert Gleichheit“ bedeutet, mit integriertem Familienfest „Familienfetzt“ in Quarnebeck. Die Veranstaltung ging nach ihrem zehnten Geburtstag 2018 in eine vierjährige coronabedingte Pause.

„Die Zahl Drei begleitet uns ständig“, erzählte Lenz. Das Festival ist in drei Teile gegliedert: das Wohnzimmerkonzert am Freitag, ein Familienfest am Sonnabendvormittag und -nachmittag sowie Konzerte am Abend. Der Verein gewann 2019 im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ einen Sonderpreis für ihr Engagement gegen Extremismus. „Wir legen großen Wert auf die politische Bildung“, fügte Pascal Lenz hinzu – so auch beim Festival.

Politische Bildung

Dazu gab es drei unterschiedliche Themenschwerpunkte. Zum einen fanden die Besucher und Besucherinnen auf dem Festgelände mehrere Hinweistafeln, die über rechtsextreme Bands, Kürzel, Symbole oder auch Bekleidungsmarken aufklärten. Außerdem waren Holzschilder aufgestellt, auf denen Zitate unterschiedlicher aktueller und damaliger Parteien geschrieben waren. Die Anwesenden konnten so sehen, dass auch heute noch einige Ansichten in eine extremere Richtung gehen. Geprüft wurden die Aussagen im Vorfeld vom Verein „Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt“, berichtete Pascal Lenz. Zusätzlich seien auch alle Angebote der Thematik angepasst. So gab es Gerichte aus aller Welt, allerdings „kein deutsches Essen“, so Lenz, dafür unter anderem Pommes aus Belgien, Burritos aus Mexiko, Hamburger aus Amerika oder auch Langos aus Ungarn – also „alles, was auch jeder isst“.

Viele Angebote für Groß und Klein

Für Klein und Groß war beim „Familienfetzt“ so einiges geboten. Unter anderem konnten sich die Kinder schminken lassen, zum Toben war eine Hüpfburg aufgestellt, am Limonadenstand konnten alle Anwesenden ihren Durst löschen und Süßigkeiten am Candy-Shop kaufen. Vor Ort waren außerdem die Evangelische Familienbegegnungsstätte (EFA) Klötze, die Feuerwehren aus Quarnebeck und Wenze, Vertreter des Biosphärenreservats Drömlings und der Verein „Über den Tellerrand“ aus Berlin. Mitglieder des Fördervereins der Grundschule Klötze verkauften Kaffee und Kuchen. Außerdem studierte der Klötzer Karnevalsverein mit allen Kindern einen Tanz ein, den sie zum Ende des Familienfestes vorführten. Alle Interessierten konnten am Stand der „Jungen Gemeinschaft Altmark“ Friedenstauben basteln – wo das Thema der politischen Bildung erneut aufgegriffen wurde. Aber auch Nachhaltigkeit stand im Fokus. So gab es erstmals während des Festivals nicht Plastik- sondern Mehrwegbecher, die mit dem Logo bedruckt waren.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte das Festival 2020 nicht stattfinden. Sonst werden die Festtage von der „Jungen Gemeinschaft Altmark“ alle zwei Jahre veranstaltet. Dank des Fördergeldes der „Initiative Musik“, Fördereinrichtung der Bundesregierung und der Musikbranche, im Rahmen von „Neustart Kultur“ war es den Organisatorinnen und Organisatoren möglich, für das Festival keinen Eintritt zu erheben. Dies stand jedoch erst eine Woche vor Beginn fest.

„Das ist eine Non-Profit-Veranstaltung“, erklärte Lenz. Denn der Verein wolle damit kein Geld machen. „Wir gehen hier mit plus minus null raus“ – die kulturelle Vielfalt in der Altmark zu fördern und die politische Bildung ständen im Fokus.

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