1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Klötze

Urlaubsziel ist egal, aber „Wasser muss dabei sein“

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Zum letzten Mal gab Schwimmmeister Roland Gille am Sonntag den Sprungturm frei. Seit gestern ist das Klötzer Waldbad geschlossen, bis zum Ende des Monats steht die Winterfestmachung an. Dann kann auch der Schwimmmeister Urlaub machen.
Zum letzten Mal gab Schwimmmeister Roland Gille am Sonntag den Sprungturm frei. Seit gestern ist das Klötzer Waldbad geschlossen, bis zum Ende des Monats steht die Winterfestmachung an. Dann kann auch der Schwimmmeister Urlaub machen. © Schmidt

Klötze. 115 Tage am Stück, ohne ein freies Wochenende, hat Roland Gille gearbeitet. Hinter dem Klötzer Schwimmmeister liegt eine erfolgreiche 21. Saison, in der er für das Bad verantwortlich war. Etwa 25 000 Besucher kamen vom 15. Mai bis Sonntag in die Klötzer Badeanstalt.

„Das sind fast 10 000 mehr als im vergangenen Jahr“, bilanziert Roland Gille mit Blick auf seine Besucherstatistik. 16 800 Schwimmbadbesucher waren es 2012. „Damit ist diese Saison viel besser gelaufen, als die beiden vorherigen“, schätzt er ein. Das super Ferienwetter hat dabei einen großen Anteil, das Klötzer Freibad profitierte aber auch davon, dass die umliegenden Bäder geschlossen waren. Seit in Beetzendorf das nunmehr beheizte Stölpenbad eröffnet ist, haben sogar einige der treuen Frühschwimmer dem Klötzer Bad den Rücken gekehrt. Dabei konnten sich die Badegäste über die Wassertemperaturen im 50-Meter-Becken in Klötze in diesem Sommer nicht beklagen. Bei 28 Grad Außentemperatur am Sonnabend kletterte das Thermometer im Wasser noch einmal auf die 20-Grad-Marke. Regen und Kälte gestern gaben der Stadt in ihrer Entscheidung recht, die Badesaison am Sonntag zu beenden. Vorausschauend hatte die Senioren-Schwimmgruppe ihren Saisonabschluss schon in der vergangenen Woche gefeiert. Nach dem morgendlichen Schwimmen gibt es dabei jedes Jahr ein gemeinsames Frühstück.

Bis Ende September ist Roland Gille nun noch beschäftigt, das Freibad winterfest zu machen. Zwar bleibt das Wasser im Becken, aber die Leitungen im Zweckgebäude müssen frostsicher entleert werden. Außerdem werden die Filter noch saubergespritzt, die Tische und Stühle eingeräumt und ein letztes Mal Rasen gemäht. Dann kann der Schwimmmeister beruhigt in Urlaub gehen.

Seit 1980 verbringt Roland Gille den Sommer im Klötzer Waldbad. Zunächst ehrenamtlich, seit 1992 als verantwortlicher Schwimmmeister. „Ich bin nicht traurig, dass ich im Sommer nicht wegfahren kann“, sagt er. Verreisen macht im Winter, wenn es nicht mehr so voll ist, auch Spaß. Eines steht für Roland Gille bei der Wahl des Urlaubsortes fest: „Wasser muss dabei sein.“ Ihm fällt es nicht schwer, während der Saison jeden Tag im Waldbad zu verbringen. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“

Von Monika Schmidt

Auch interessant

Kommentare