„Das Risiko ist einfach zu groß“

Klötze: Fast alle Gottesdienste für Heiligabend abgesagt

Eine Szene des Spielfigurenfotofilms „Ungemütliche Weihnachten“.
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„Ungemütliche Weihnachten“ heißt der Spielfigurenfotofilm, den sich Pfarrer Michael Nolte mit seiner Familie ausgedacht hat. Der Klötzer Pfarrer bietet auch zu Weihnachten Videogottesdienste und Telefonandachen an.

Klötze – Nicht nur das ganze Jahr 2020, auch das diesjährige Weihnachtsfest werden anders verlaufen, als es so mancher gewohnt ist. Denn normalerweise sind zum Gottesdienst an Heiligabend die Kirchen in der Einheitsgemeinde Klötze bis auf den letzten Platz gefüllt.

Selbst für diejenigen, die das Jahr über nicht so viel mit der Kirche am Hut haben, gehört der Besuch des Krippenspiels zum Festprogramm dazu.

Doch 2020 wird es keine Krippenspiele geben. Und auch bei den Gottesdiensten gibt es zahlreiche Absagen. Während die Kirchengemeinden zunächst noch versucht haben, alternative Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, haben sich inzwischen die allermeisten zur Komplettansage entschieden.

Kirchspiel Kusey

„Für uns steht die Entscheidung schon eine ganze Weile fest“, erklärte im AZ-Gespräch Alexander Schmidt, Gemeindekirchenratsvorsitzender von Steimke. Weder in Steimke, noch in Jahrstedt oder Kunrau wurden Gottesdienste für Heiligabend geplant. „Das Risiko ist einfach zu hoch“, so Schmidt. Der Schutz der Gesundheit gehe vor.

Während in den Nachbarorten zunächst noch Gottesdienste geplant waren, wurden diese nun auch abgesagt. Im Namen des Kirchspielrates Kusey teilte Pfarramtssekretärin Silvia Bartels mit, dass angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens „und unserer Verantwortung gegenüber jedwedem Gemeindeglied“ die geplanten Gottesdienste in Kusey, Neuferchau, Röwitz und Wenze abgesagt werden. „Es fällt uns nicht leicht, altgewohnte und neu liebgewonnene Traditionen zu unterbrechen“, so Silvia Bartels. Ganz besonders zur Weihnachtszeit werde dies bewusst. Stattdessen werden die Gemeindeglieder aufgerufen, „das Licht der Weihnacht, trotz aller Schwierigkeiten, in Euch und aus Euch heraus leuchten zu lassen.“ Einzig in Immekath ist derzeit ein Gottesdienst für Heiligabend geplant.

Kirche in Klötze

Im Gemeindeverbund Klötze gibt es seit Beginn der Corona-Pandemie ohnehin nur sehr selten Gottesdienste, da Pfarrer Michael Nolte im Homeoffice arbeitet. Dafür versorgt er seine Gemeinde mit Videogottesdiensten und telefonischen Andachten. Interessierte können sich zu Weihnachten auf dem You-Tube-Kanal des Klötzer Gemeindeverbundes unter anderem ein Weihnachtsspiel mit Kinderspielfiguren ansehen. Die Geschichte dazu hat sich der Pfarrer gemeinsam mit seiner Familie ausgedacht. Sie spielen und sprechen die Figuren unter anderem auch.

An Heiligabend bietet Michael Nolte seiner Gemeinde zudem die Möglichkeit zum Gespräch per Telefon an. Er ist von 15 bis 16 Uhr unter Tel. (03 90 05) 93 33 21 zu erreichen. Es gibt außerdem eine gemeinsame Telefonandacht an Heiligabend um 21 und um 21.30 Uhr unter Tel. (030) 8 68 75 77 57 (Pin 876417#) sowie Telefonpredigten, die jederzeit über den Anrufbeantworter abrufbar sind, unter Tel. (03 90 05) 93 92 45. Vor Ort präsent ist der Pfarrer während der Weihnachtswoche nicht.

Auch wenn der große Krippenspiel-Gottesdienst in der Klötzer Kirche in diesem Jahr nicht stattfinden kann, soll es zumindest einen kleinen Ersatz geben. Auf dem Außengelände der evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) ist für Heiligabend um 16 Uhr ein Kurzgottesdienst geplant. Teilnehmen darf aber nur, wer sich vorher angemeldet hat. Dazu gibt es auf der Homepage der EFA ein Kontaktformular, das ausgefüllt bis zum 23. Dezember in den Postkasten der EFA eingeworfen werden muss. Für den Gottesdienst gelten die Abstands- und Hygieneregeln, es muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden und es wird nicht gesungen.

Pfarrbereich Mieste

Kurzfristig gibt es auch im Pfarrbereich Mieste Änderungen der Pläne zu Weihnachten. An Heiligabend gibt es um 15.15 Uhr in Dannefeld und um 18 Uhr in Miesterhorst einen Kurzgottesdienst im Freien vor der Kirche. Es gibt keine Krippenspiele. Die Kirche in Miesterhorst ist zudem von 16 bis 18 Uhr für ein stilles Gebet geöffnet. Dort kann das Friedenslicht aus Bethlehem mit nach Hause genommen werden, ebenso wie eine kurze Andacht in Papierform.

VON MONIKA SCHMIDT

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