„Reparatur der Heizung reicht“

Die Stufen zur Kuseyer Grundschule weisen deutliche Winterschäden auf. Deshalb ist die Sanierung der Fassade so dringend.

Klötze - Von Monika Schmidt. Der Klötzer Bürgermeister Matthias Mann erläuterte im Hauptausschuss und im Stadtrat sein Anliegen zum Umsetzen der K II-Mittel. Die Kuseyer Grundschule ist von Winterschäden arg betroffen. Vor allem die Eingangstreppen zum Haupt- und Nebengebäude haben sehr gelitten, teilweise sind die Stufen stark abgeplatzt. Um künftige Winterschäden zu vermeiden, soll die Fassade der Grundschule gedämmt werden.

In diesem Zuge müssen auch die beiden Treppen erneuert werden. Die Mittel aus dem Konjunkturprogramm II, die für die Kuseyer Schule vorgesehen sind, reichen für diese Maßnahme nicht aus, deshalb sollen weitere Mittel dazugenommen werden. Der Bürgermeister schlug dem Stadtrat vor, die Mittel, die für die Kindereinrichtungen in Lockstedt und Schwiesau vorgesehen waren, umzusetzen. „Wir haben diese Maßnahmen noch einmal auf ihre Dringlichkeit geprüft und festgestellt, dass sie nicht so dringlich sind“, erläuterte der Bürgermeister. In Schwiesau war geplant, Fenster und Türen der Einrichtung zu erneuern. „Die halten aber bestimmt noch ein paar Jahre“, war Matthias Mann überzeugt. In Lockstedt sollten die K II-Mittel für die Sanierung der Heizungsanlage verwendet werden. „Fachleute und der Energieberater der Stadt sagen, dass muss nicht sein“, berichtete der Klötzer Bürgermeister im Hauptausschuss. Aus Schwiesau könnten somit 7 600 Euro, aus Lockstedt 12 500 Euro aus dem Etat eine andere Verwendung finden.

Veränderungen gab es auch bei den Mitteln für die Kuseyer Grundschule selbst. So wurden die 33 000 Euro, die für die Erneuerung der Elektroanlage und die Beleuchtung in der Sporthalle beantragt waren, für die Fassadensanierung umgesetzt. Die Beleuchtung hatte die Gemeinde Kusey noch im vorigen Jahr erneuern lassen, die neuen Kabel für das Computerkabinett sind nicht so dringend.

Die Fassadendämmung ist deswegen wichtiger, weil sich die Stadt davon auch eine Reduzierung der Nebenkosten verspricht. Die Mittel reichen in diesem Jahr nur für den ersten Bauabschnitt an der Haupteingangstür, im folgenden Jahr soll dann die Seite gedämmt werden, kündigte Matthias Mann an. 50 000 Euro soll der erste Bauabschnitt kosten, die Stadt muss davon nur einen kleinen Eigenanteil tragen, da 87,5 Prozent gefördert werden.

Trotzdem regte sich Unmut. So erinnerte Domenica Borm, Ortsbürgermeisterin von Neuendorf, daran, dass es in jedem Winter Probleme mit der Heizung im Lockstedter Kindergarten gebe. Teilweise kämen die Erzieherinnen am Wochenende, um nach der Heizung zu sehen. „Ich halte das für keine so gute Idee, das Geld umzuschichten“, erklärte sie im Hauptausschuss. „Das heißt aber nicht, dass die Heizung unbedingt neu gemacht werden muss“, erwiderte Bauamtsleiter Dieter Neuschulz. Es könne durchaus eine andere Lösung geben, um die Heizung dauerhaft in Gang zu halten, als sie komplett zu erneuern. Bis zur Stadtratssitzung wurde dies noch einmal geprüft. „Eine Reparatur reicht“, berichtete Bürgermeister Matthias Mann.

Nicht einverstanden mit dem Umschichten des Geldes war auch der Immekather Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Zeitz. „Ich finde das nicht in Ordnung“, sagte er im Hauptausschuss. Schließlich sollten die K II-Mittel eigentlich noch im vergangenen Jahr ausgezahlt werden, als es die eigenständigen Gemeinden noch gab. Dieser Argumentation nahm Matthias Mann sofort das Feuer: „Im vergangenen Jahr waren auch nicht die Orte, sondern die VG für die Grundschulen und Kitas zuständig“, erinnerte er den Ortsbürgermeister. Die Fördermittel hätten also keinen Eingang in den Etat der Gemeinden gefunden. Er verwahrte sich vorsorglich auch vor Kritik, dass ausgerechnet für seinen Heimatort Kusey die Mittel nun aufgestockt werden sollen. Die Gemeinde Kusey hatte 150 000 Euro allein in die Grundschule und die Kita im Ort investiert, ohne dass die anderen Gemeinden etwas dazugegeben haben, erinnerte Matthias Mann. Die Dämmung in Kusey sei nun einfach die dringlichste Maßnahme.

Letztendlich wurde dem Antrag des Bürgermeisters im Stadtrat bei zwei Enthaltungen von Hans-Jürgen Zeitz (Immekath) und Helmut Fuchs (Schwiesau) zugestimmt.

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