Regionale Verbundenheit nutzen

Bevor sich der LAG-Vorstand im Kunrauer Schloss traf, steckten der Klötzer Bürgermeister Matthias Mann und seine Oebisfelder Amtskollegin Silke Wolf die Gemeinsamkeiten der beiden Einheitsgemeinden ab.

Kunrau - Von Peter Lieske und Monika Schmidt . Dass er sich mit Silke Wolf, der Oebisfelder Bürgermeisterin, treffen werde, kündigte der Klötzer Bürgermeister Matthias Mann im Stadtrat an.

Sein Ziel ist, eine engere Zusammenarbeit mit den Oebisfeldern anzustreben. Und das soll nicht nur im Rahmen der Leader-Aktionsgruppe geschehen, in der Oebisfelde mit den zum Altmarkkreis gewandten Orten Mitglied ist. „Ich möchte den Kontakt mit Oebisfelde aktivieren“, kündigte Matthias Mann an. So dürfe beispielsweise die Ausbauplanung der L 22 nicht in Röwitz aufhören, sondern es müsse auch über einen Ausbau von Buchhorst und Wassensdorf gesprochen werden, nannte der Bürgermeister ein Beispiel. „Es ist wichtig, dass wir in der Region zusammenarbeiten“, betonte er. So soll der Tourismus im Drömling stärker vernetzt werden. „Wir sollten Gemeinsamkeiten mit dem Oebisfelder Stadtrat finden“, wünschte sich Matthias Mann. Viele Überlegungen zum Tourismus rund um Klötze würden auch die Oebisfelder tangieren. So nannte er das Grenzmuseum in Böckwitz, den Grenzlehrpfad mit dem B-Turm sowie die Sanierung der Hegeholzbrücke bei Jahrstedt als Beispiele für eine überregionale Zusammenarbeit, bei der beide Seiten profitieren könnten.

Silke Wolf freute sich über das Angebot der Zusammenarbeit, wie sie bei einem knapp einstündigen Gespräch mit Matthias Mann im Kunrauer Schloss sagte. Allen von dem Klötzer Bürgermeister angesprochenen Punkten gab sie ihre Zustimmung. Matthias Mann legte seiner Amtskollegin aus Oebisfelde das Naturerfahrungszentrum im Kunrauer Schloss ans Herz. Dieses könnte auch von Schulklassen der Allerstadt besucht werden, schlug er vor. Die Kinder könnten die im Rahmen von Leader geplante Jugendherberge im Schloss nutzen.

Wichtig sei es, den Drömling als touristisches Angebot gemeinsam zu nutzen. So überlege die Oebisfelder Bürgermeisterin, die Stadt Oebisfelde-Weferlingen für die nächste Leader-Förderphase ab 2013 ausschließlich komplett in die Lokale Aktionsgruppe (LAG) „Rund um den Drömling“ zu nehmen. Sie könne sich vorstellen, dass der südliche Bereich der Einheitsgemeinde ohnehin schon von der Wirtschaftskraft profitiere und deshalb das touristische Augenmerk in den Drömling gelegt werden könne. Doch bevor es zu einer Entscheidung kommt, wolle sie die weitere Entwicklung abwarten. Bislang ist Oebisfelde-Weferlingen in zwei LAGen vertreten, und zwar im Norden in der LAG „Rund um den Drömling“ und im Süden in der LAG „Flechtinger Höhenzug“.

Und noch eine Gemeinsamkeit machten beide Bürgermeister aus, und zwar liegen beiden Einheitsgemeinden an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Und so könne sich Silke Wolf vorstellen, im Burg- und Heimatmuseum Oebisfelde auf das Grenzmuseum in Böckwitz zu verweisen. Im Gegenzug könnte in Böckwitz und Kunrau auf die Sumpfburg in Oebisfelde hingewiesen werden. Einig waren sich beide, dass mit der Sumpfburg auf der einen und mit dem Schloss Kunrau auf der anderen Seite zwei Sehenswürdigkeiten existieren, die den Drömling flankierend günstige Voraussetzungen geben, die Region touristisch gemeinsam und dadurch besser zu vermarkten.

Bliebe noch die Frage der infrastrukturellen Verbindung. Matthias Mann und Silke Wolf waren sich einig, dass der Ausbau der L 22 zwischen Buchhorst und Wassensdorf dringend notwendig sei, zumal die Straße auch von Pendlern arg in Anspruch genommen wird. Damit hatte Matthias Mann den nächsten Stichpunkt vieler Gemeinsamkeiten beider Städte, die bis vor 16 Jahren noch zu einem Landkreis gehörten und durch die Gebietsreform politisch auseinander drifteten. Doch regional betrachtet sei die Verbundenheit geblieben. Das höre Silke Wolf bei Gesprächen insbesondere mit der älteren Generation immer wieder heraus.

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