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Klötzes Stadtwehrleiter Randy Schmidt zu Angriffen auf Einsatzkräfte in Großstädten

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Von: Lea Weisbach

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Feuerwehrmann im Einsatz
In der Silvesternacht vor wenigen Tagen wurden in Berlin und anderen Großstädten Einsatzkräfte angegriffen und verletzt. In Klötze blieb es hingegen ruhig. © Wolfram Weber

In Klötze verlief die Silvesternacht ruhig, erklärt Stadtwehrleiter Randy Schmidt. Dass dies auch ganz anders aussehen kann, zeigten die Ereignisse in Großstädten wie Berlin. Der Stadtwehrleiter verurteilt diese hart.

Klötze - „Im Bereich Klötze war es in der Silvesternacht sehr ruhig“, erzählt Randy Schmidt. Seit Juli ist er Stadtwehrleiter in Klötze und blickt auf 40 Jahre Feuerwehrerfahrung, unter anderem als Ortswehrleiter in Jahrstedt, zurück. Dabei sind ihm keine Angriffe gegenüber Einsatzkräften der Feuerwehr im Klötzer Bereich bekannt. Doch dass dies auch ganz anders aussehen kann, zeigte sich beim Jahreswechsel unter anderem in Berlin.

„Es ist unvorstellbar, was unsere Einsatzkräfte in dieser Silvesternacht erleben mussten“, erklärt Lars Wieg, Vorsitzender der Deutschen Feuerwehr Gewerkschaft (DFeuG) Berlin-Brandenburg, in einer Presseerklärung der DFeuG. Diverse Einsatzkräfte wurden attackiert, beschossen, in Hinterhalte mit brennenden Barrikaden gelockt und verletzt. Auch vor Sachbeschädigung an Feuerwehrfahrzeugen schreckten die Angreifer nicht zurück. Die Deutsche Feuerwehr Gewerkschaft spricht von „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ in Berlin. Teilweise musste die Polizei die Feuerwehrleute beim Löschen von Bränden vor Angriffen schützen.

Harte Strafen

„Auch ich habe die Bilder im Fernsehen gesehen“, berichtet Klötzes Stadtwehrleiter. Dass Einsatzkräfte – seien es Feuerwehrleute, Rettungskräfte oder Polizeibeamte – teilweise mit Feuerwerksbatterien beschossen wurden, kann er in keiner Weise verstehen. Diese Angriffe müssten „vor dem Gesetz hart bestraft werden“, erklärt Randy Schmidt auf AZ-Nachfrage weiter. Die Täter sollten verhaftet und weggesperrt werden, macht er seinen Unmut deutlich. Die Identifikation der Täter sei jedoch nicht immer eindeutig.

Der DFeuG-Bundesvorsitzende Siegfried Maier sieht das ähnlich und erklärt in einer Presseerklärung: „Wir kommen, um zu helfen – und werden selbst zu Opfern von extremer Gewalt. Dieses sinnlose und aggressive Verhalten ist abstoßend und muss Konsequenzen haben.“ Dies sei auch für die betroffenen Einsatzkräfte wichtig, um Solidarität zu zeigen, so Siegfried Maier weiter. „Was das zusätzlich, neben den körperlichen Schäden und Beeinträchtigungen, mit der Psyche unserer Kolleginnen und Kollegen macht, wird nachhaltig Narben hinterlassen“, betont Lars Wieg. Auch seitens der Politik wurden die Angriffe hart verurteilt.

Deeskalation ist das A und O

Doch wie händelt man als Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau eine solche Situation? „Eigenschutz geht erst einmal vor“, macht Klötzes Stadtwehrleiter deutlich. Es sei wichtig, zunächst den Rückzug anzutreten und auf die Polizei zu warten. Deeskalation sei dabei das A und O, um die Situation nicht weiter anzuheizen. Das Aggressionspotenzial der Täter solle nicht weiter erhöht werden. Laut DFeuG seien Dashcams – kleine Kameras hinter der Windschutzscheibe – oder Bodycams – körpernah und offensichtlich getragene Kameras – eine Möglichkeit, das Geschehen zu dokumentieren und Täter zu identifizieren.

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