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Projekt Nr. 19 des Quarnebecker Erlebnishofes: Platz für Radfahrer und Wohnmobile

Auf Einladung von Birte und Jens Fäsche (v. r.) war Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert (l.) auf dem Erlebnishof in Quarnebeck zu Gast und informierte sich über die geplanten Projekte.
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Auf Einladung von Birte und Jens Fäsche (v. r.) war Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert (l.) auf dem Erlebnishof in Quarnebeck zu Gast und informierte sich über die geplanten Projekte.

Quarnebeck – Bislang gibt es in Quarnebeck 13 registrierte Besitzer von Photovoltaikanlagen im Ort, die in der Spitze 313 Kilowatt an Strom erzeugen können, informierte der Ortsbürgermeister Marco Wille.

„Das wird sich in diesem Jahr noch mal verdoppeln“, kündigte er an. Unter anderem wird auf dem „Projekt Nr. 19“ des Quarnebecker Erlebnishofes derzeit eine Photovoltaikanlage installiert.

Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert war auf Einladung von Familie Fäsche, die den Erlebnishof betreibt, nach Quarnebeck gekommen. Natürlich gab es auch einen Abstecher auf den Hof, der eine Mischung aus naturnahem Urlaub und Kultur mit vielen Ideen bietet.

„Die ursprüngliche Idee war, den benachbarten Hof Nr. 19 für die eigene Landwirtschaft zu nutzen“, erklärte Jens Fäsche der Ministerin. „Doch dann haben wir erkannt, dass die Substanz des Gebäudes dafür zu schade ist.“ Der Hof soll als Stätte für Kultur, Kunst und Musik dienen, so das Vorhaben der Familie. Die ersten Konzerte und Lesungen hat es schon gegeben. Im September sollte es eigentlich weitergehen. Derzeit werde an einem Hygienekonzept gearbeitet, um die Vorhaben wie geplant umsetzen zu können. Dass viele Künstler unter der Pandemie und den Einschränkungen des öffentlichen Lebens besonders leiden, verdeutlicht Familie Fäsche mit einer leeren Bank. „Sie ist ein Symbol, dass die Künstler zu Hause sitzen und kein Geld verdienen.“ Jens Fäsche hofft, dass sich die Situation bald wieder verändert.

Auch kleine Projekte fördern

Neben der Kultur- und Konzertstätte sollen auf dem Hof Nummer 19 auch zwei Fremdenzimmer eingerichtet werden, erklärte Birte Fäsche der Ministerin. „Wir wollen das alte Wohnhaus für den sanften Tourismus nutzen.“ Touristen, die Land, Leute und Natur erleben wollen, seien in Quarnebeck genau richtig. Die Familie hofft auch auf Radtouristen. Allerdings, so richtete Jens Fäsche einen Wunsch an die Ministerin, wäre es begrüßenswert, wenn sich die Förderpolitik des Landes ändern würde.

Derzeit werde zu viel auf große Investitionen gesetzt. Wer nur ein kleines Projekt mit einer geringen Fördersumme anschieben wolle und kleinteilig arbeitet, habe es schwer, an Fördergeld zu kommen. Landrat Michael Ziche, der die Ministerin begleitete, bot an, dass sich die Familie an den Wirtschaftsförderer des Landkreises wenden könne. Mit den Kommunen, die keinen eigenen Wirtschaftsförderer haben, wie zum Beispiel Klötze, sei vereinbart, dass der Kreis-Wirtschaftsförderer einmal im Monat zum Sprechtag ins Rathaus komme.

Stellplatz für Landvergnügen

Neben den beiden Fremdenzimmern setzt Familie Fäsche noch auf ein weiteres Standbein: Sie bieten einen Wohnmobilstellplatz an. Dieser läuft über die Aktion „Landvergnügen“, die im Rahmen des Rundgangs von Angela und Hansjörg Hoppe vorgestellt wurde. „In Deutschland gibt es das Angebot seit sechs Jahren, in Frankreich mindestens schon 27 Jahre“, berichtete Angela Hoppe der Ministerin. Die Gastgeber, die in den Führer aufgenommen werden, werden von den Veranstaltern sorgfältig ausgesucht. „Die Wohnmobilreisenden sind fast autark, sie brauchen wenig Strom und meist auch keine Toilette“, erklärte sie weiter. Für eine Nacht dürfen sie kostenlos bei den Gastgebern bleiben. „Das ist richtig gut angelaufen“, freut sich Jens Fäsche. VON MONIKA SCHMIDT

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