Mit dem Rollstuhl zu den Büchern

Probleme mit der Barrierefreiheit der Klötzer Bibliothek

Der große Haupteingang der Klötzer Bibliothek für alle Besucher gut zu passieren.
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Der große Haupteingang der Klötzer Bibliothek für alle Besucher gut zu passieren.

Klötze – Die steile Treppe in der Klötzer Bibliothek ist in vielen Bereichen hinderlich. Nicht nur, dass Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte die oberen Räumlichkeiten der Einrichtung nicht erreichen können.

Die Treppe ist so steil, dass sie auch für Kinder und Erwachsene nicht so leicht zu bewältigen ist.

Die Treppe, die unter anderem zur Kinderbibliothek führt, ist auch für Erwachsene sehr steil.

Die Nutzer der Bibliothek müssen genau aufpassen, wo sie ihre Schritte hinsetzen, damit sie keine der schmalen Stufen verpassen. Auch für Eltern mit kleinen Kindern ist es deshalb nicht so leicht, die Kinderbibliothek zu erreichen. „Der Wunsch nach einem Fahrstuhl ist groß“, wusste die Klötzer Seniorenbeauftragte Hannelore Reinecke. Beim jüngsten Gesprächskreis über Teilhabebarrieren und Inklusion in Klötze brachte sie das Thema zur Sprache. Denn auch vielen Senioren fällt es schwer, die steile Treppe in der Einrichtung zu bewältigen.

Aus verschiedenen Gründen wurde beim Umbau der Bibliothek Anfang 2000 auf einen Fahrstuhl verzichtet. Thema war dieser damals schon. Zum einen waren die Kosten ein Faktor. Ausschlaggebender war aber die Tatsache, dass die Bausubstanz und Statik des alten Gebäudes den Einbau eines Fahrstuhls nicht zuließen.

Ein Stück Barrierefreiheit wurde dennoch geschaffen. Denn zumindest die unteren Räume der Einrichtung sind für die Besucher barrierefrei zu erreichen. Dazu müssen sie allerdings den Hofeingang der Bibliothek nutzen, was vielen aber nicht bekannt ist. Um auf den Hof zu gelangen, ist an der Eingangstür eine Klingel angebracht, mit der Betroffene auf sich aufmerksam machen können. „Der Klingelknopf ist aber viel zu hoch angebracht. Den können Rollstuhlfahrer nicht erreichen“, wusste Hannelore Reinecke. Sie regte im Gesprächskreis an, dass sich die Stadt um ein Versetzen der Klingel kümmern sollte. „Das dürfte nicht zu schwierig und auch nicht zu teuer sein“, schätzte die Klötzer Seniorenberauftragte ein. Zudem wäre es wünschenswert, ergänzte Teilhabemanagerin Steffi Schitteck, wenn im Eingangsbereich der Bibliothek ein Piktogramm als Hinweisschild auf den barrierefreien rückwärtigen Eingang angebracht würde. Beide Anregungen sollen an die Stadtverwaltung weitergeleitet werden.

VON MONIKA SCHMIDT

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