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Auch Klötzer Wasserverband spürt die Folgen der Energiekrise

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Von: Birgit Stephani

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Blick auf einen freigelegten Wasserrohrbruch im Bereich des Wasserverbandes Klötze
Erneut kam es vermehrt zu Rohrbrüchen. Unklar ist, ob diese mit den vom Wasserverband vorgenommenen Rohrnetzspülungen zusammenhängen. © Stephani, Birgit

Klötze – „Die Kalkulation ist ein Schauen in die Glaskugel.“ Mit diesen Worten beschrieb Birgit Lange, Geschäftsführerin des Klötzer Wasserverbandes, während der Verbandsversammlung am Dienstag die aktuelle Entwicklung der Preise in allen Bereichen. Die Kalkulation der Preise für die kommenden Jahre sei mit Blick auf die Energiekrise eine besondere Herausforderung.

Auch beim Klötzer Wasserverband werde es zwangsläufig zu Preiserhöhungen kommen müssen. Wie diese ausfallen, sei derzeit aber noch völlig unklar. Nach Einschätzung von Birgit Lange wird besonders die Stromlieferung ins Gewicht fallen. In Klötze sei man zum Glück in der vorteilhaften Lage, dass die aktuellen Verträge noch nicht ausgelaufen sind. Somit gelten die Preise, die noch vor der Energiekrise vereinbart wurden.

Die Geschäftsführerin des Wasserverbands ist im regelmäßigen Austausch mit anderen Wasserverbänden. Daher ist ihr bekannt, dass andere Verbände aktuell vor der Frage stehen, was sie machen sollen. Deren Verträge seien gekündigt worden. Somit stehen manche vor der schwierigen Frage, welche neuen Verträge sie abschließen sollen. Entscheidend sei dabei der Preis pro Kilowattstunde. Diese würde sich oftmals zwischen 60 Cent und einem Euro pro Kilowattstunde bewegen.

Beim Klötzer Wasserverband sei man mit Blick auf die Stromkosten derzeit mit 60 Cent pro Kilowattstunde in die Planung gegangen. „Im Zweifel müssen wir nachkalkulieren“, lautet die Einschätzung von Birgit Lange.

Der Jahresabschluss 2021 ist inzwischen erstellt, kann aber erst bei der nächsten Verbandsversammlung beschlossen werden, da er sich derzeit noch zur Kontrolle beim Rechnungsprüfungsamt befindet. Insgesamt wurde ein Gewinn in Höhe von 123 000 Euro ausgewiesen. Im Trinkwasserbereich liegt der Gewinn bei 126 000 Euro und beim Schmutzwasser bei 3000 Euro. Der Niederschlagswasserbereich weist einen Verlust in Höhe von 7000 Euro aus.

Fest steht, dass alle Preise der Entgeltregelung zunächst für die nächsten drei Jahre, also für 2023 bis 2025, neu kalkuliert werden müssen. Die schlechte Nachricht für die Kunden lautet, dass „durch die Preissteigerungen, die sich aufgrund der Krise durch alle Bereiche ziehen, größere Preissteigerungen nicht zu verhindern sind“, betont Birgit Lange.

Mit Blick auf das zurückliegende Geschäftsjahr konnte die Geschäftsführerin berichten, dass der Wechsel der Wasserzähler planmäßig verläuft. Entgegen den Aussagen anderer Versorger habe die Lieferung der Wasserzähler in Klötze geklappt, sodass der geplanten Auswechselung nichts entgegensteht. Im Zuge eines Tests wurden auch 65 Funkzähler bestellt, die in Klötze eingebaut werden sollen. „Danach werden wir entscheiden, ob der Einsatz flächendeckend erfolgen wird“, teilte Birgit Lange mit. Einen Wermutstropfen gibt es derzeit allerdings. Denn die Funkzähler sind derzeit teilweise gar nicht lieferbar.

Im August und September kam es wieder vermehrt zu Rohrbrüchen. Ob diese mit den Rohrnetzspülungen in einigen Ortslagen zusammenhängen, sei unbekannt. Die Spülung von 60 Kilometern Rohrnetz bewertete Birgit Lange aber insgesamt als erfolgreich. „Es wurden erhebliche Verkrustungen aus den Leitungen gespült“, resümierte sie den Vorgang.

Besonders schwerwiegend war ein Rohrbruch am Jeetzedüker in Beetzendorf. Dieser konnte nicht einfach beseitigt werden. Die Leitung wurde daraufhin außer Betrieb genommen, sodass die Versorgung von Beetzendorf nun größtenteils über Hohentramm erfolgt. Der Düker muss kurzfristig mittels Spülbohrung auf 60 Metern erneuert werden. Dazu muss aber erst noch ein Genehmigungsverfahren durchlaufen werden.

Dieser Umstand sei aus Sicht von Experten derzeit aber kein Problem. Anders würde es im nächsten Sommer aussehen, wenn der Wasserverbrauch wieder ansteigt. Bis dahin sollte aber eine Lösung gefunden werden.

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