„Auf höherer Ebene“

Politik schaltet sich in den Erhalt des Böckwitzer Grenzmuseums ein

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Die Ausstellung über die Geschichte des Doppeldorfes Böckwitz-Zicherie soll unbedingt in Böckwitz bleiben. Denkbar ist aber, dass das Museum in der privaten Scheune zugunsten eines anderen Standortes aufgegeben wird.

Böckwitz – Das Grenzmuseum in Böckwitz soll eine Zukunft bekommen. Dass die Einrichtung ausgerechnet im 30. Jahr der Grenzöffnung vor dem Aus steht, beschäftigt inzwischen auch die Verwaltung in Klötze.

„Wir versuchen jetzt auf höherer Ebene eine Einigung zu erzielen“, kündigte der Klötzer Bürgermeister Uwe Bartels auf AZ-Anfrage an. Dazu ist ein Gespräch der Verantwortlichen geplant.

Bereits zum Jahresende 2018 hatte die Vorsitzende des Museumsvereins, Ingrid Schumann, ihren Rückzug vom Amt angekündigt. Es konnte aber nicht zu einer entsprechenden Versammlung eingeladen werden, da für eine Entlastung des Vorstandes die Kasse geprüft werden musste.

Das gestaltete sich mehr als schwierig. Es scheint aber, dass Kassenwart Jürgen Bammel nun alle Unterlagen zusammen hat. Denn am 19. September soll es eine Mitgliederversammlung geben, bei der nicht nur die Kassenberichte von 2015 bis 2018 besprochen werden sollen. Es geht auch um die Wahl eines neuen Vorstandes oder um die Auflösung des Vereins. Dazu ist als Tagesordnungspunkt eine „kritische und präventive Betrachtung“ geplant.

„Wir können nur gemeinsam eine Lösung finden“, informiert Uwe Bartels. Ihm liegt der Erhaltung des Grenzmuseums auch persönlich sehr am Herzen. „Es muss auch auf jeden Fall in Böckwitz bleiben, ein anderer Ort kommt nicht in Frage“, betont der Jahrstedter. Es müsse aber nicht zwingend der aktuelle Standort des Museums weiter genutzt werden. Denn die Scheune, in der die Ausstellung aufgebaut ist, befindet sich noch immer in Privatbesitz. Eine langfristige Vereinbarung mit der Eigentümerin, so dass auch Fördermittel für den Ausbau beantragt werden könnten, kam über Jahre nicht zustande. Denkbar wäre es deshalb, die Ausstellung innerhalb von Böckwitz an einem anderen Standort aufzubauen.

„Die Politik macht sich Gedanken“, bringt es Uwe Bartels im AZ-Gespräch auf den Punkt. Im neuen Ortsbürgermeister von Jahr-stedt, Ronny Bratke, hat er einen Unterstützer. Auch Bratke setzt sich für den Erhalt der Grenzausstellung in Böckwitz ein, kann Uwe Bartels ausrichten. „Er hat das mir gegenüber mehrfach bekräftigt.“ Dass der Ortschaftsrat seine nächste Sitzung am Donnerstag in dieser Woche im Ortsteil macht, sei ein Zeichen dafür, dass nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht werden. Involviert sind nach Informationen der AZ auch die Nachbarn aus Brome. Auch wenn von der ursprünglichen Idee einiger Museumsvereinsmitglieder, dass das Grenzmuseum dem Bromer Burgmuseum untergeordnet werden sollte, inzwischen wieder abgerückt wurde.

Spätestens die Mitgliederversammlung am Donnerstag, 19. September, um 19 Uhr im Museum wird zeigen, wie die Zukunft aussieht.

VON MONIKA SCHMIDT

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