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Pfarrer Andreas Lorenz über Epiphanias in Klötze

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Von: Lea Weisbach

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Mann vor grüner Tür
Am Pfarrhaus des katholischen Pfarrers Andreas Lorenz in Gardelegen klebt noch der Haussegen von 2022. Die neuen Aufkleber wurden bereits angefertigt. © Lea Weisbach

Zuletzt sind vor knapp zehn Jahren Sternsinger am 6. Januar durch Klötze gezogen. Seither gibt es den katholischen Brauch nicht mehr in der Stadt. Den Haussegen können die Gemeindemitglieder dennoch erhalten.

Klötze - Epiphanias – die Erscheinung des Herrn. Am 6. Januar ziehen sie von Haus zu Haus, um an das Ereignis und an die drei Weisen aus dem Morgenland zu erinnern: Die Sternsinger. Meist sind es katholische Kinder und Jugendliche, wobei drei von Ihnen als die Heiligen Drei Könige – Caspar, Melchior und Balthasar – verkleidet sind. Singend gehen sie durch die Straßen und sammeln an den Haustüren Geld für arme oder notleidende Kinder. Mit den Buchstaben „C + M + B“ und der aktuellen Jahreszahl segnen sie die Häuser, indem sie die Buchstaben mit Kreide an die Türrahmen schreiben. Ausgeschrieben bedeuten diese „Christus mansionem benedicat“, auf Deutsch „Christus segne dieses Haus“. Der Brauch der Sternsinger ist seit dem 16. Jahrhundert belegt.

Doch in Klötze ist dies anders. „Ich glaube ,zuletzt sind 2013 oder 2014 Kinder als Sternsinger in Klötze unterwegs gewesen“, erklärt der katholische Pfarrer Andreas Lorenz. Aber warum ist das so? „Die Gemeinde wird immer älter“, berichtet der Pfarrer weiter. Es gebe kaum Nachwuchs. Für das Sternsingen müssten es jedoch auch „ein paar Leute sein“, damit dies überhaupt umsetzbar ist. Dies sei in Klötze bisher nicht der Fall.

Das Sternsingen bereitet die Gemeindereferentin Joanna Zerneke vor. Sie übt mit den Kindern die Lieder und Sprüche. In diesem Jahr wird es am Freitag, 6. Januar, eine Heilige Messe um 10.30 Uhr in Gardelegen und um 16 Uhr in Salzwedel mit Sternsingern geben. In Klötze findet erst wieder am Sonntag, 15. Januar, um 8.30 Uhr die Heilige Messe statt. Allerdings ohne das Sternsingen. „Wenn sich in Klötze genug Kinder finden, kann man es auch wieder einführen“, erzählt Joanna Zerneke. Pfarrer Andreas Lorenz fügt hinzu, dass das Sternsingen für die Kinder auch schön sein solle. „Da warst du den ganzen Tag unterwegs“, erklärt er, mit Blick auf die vergangenen Male. Dies sei nicht zu unterschätzen.

Den Haussegen können die Gemeindemitglieder allerdings trotzdem erhalten. Auch in diesem Jahr wurden Aufkleber mit „C + M + B“ und der Jahreszahl 2023 vorbereitet. Mit einem Segensspruch werden diese von Pfarrer Andreas Lorenz bei den Heiligen Messen ausgegeben.

Die katholische Kirchengemeinde ist in den vergangenen Jahren wesentlich kleiner geworden, erzählt er weiter. Nicht nur hinsichtlich des Nachwuchses, sondern auch mit Blick auf die ältere Generation. Aber: „Die Klötzer engagieren sich“, dafür ist er sehr dankbar. Und auch die Kirche als Bauwerk sei für ihn etwas Besonderes: Sie ist zwar schlicht, doch der außergewöhnliche Baustil des Gotteshauses fasziniert ihn immer wieder.

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