Nach Wehr-Bruch: Jahrstedter Angelverein hat (fast) kein Gewässer mehr / Jubiläum im Juni geplant

Petrijünger vor ungewisser Zukunft

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Mit vereinten Kräften trugen die Jahrstedter Petrijünger Laub und Baumschnitt zusammen und räumten an dem einzigen Vereinsgewässer nach dem langen Winter auf.

Jahrstedt. Maik Theisz ist frustriert. Denn der Vorsitzende steht mit seinen 60 Mitgliedern des Jahrstedter Angelsportvereins vor einer ungewissen Zukunft. Der Grund dafür ist das vor wenigen Tagen zusammengebrochene Stauwehr an der nahe gelegenen Ohre.

Deutlich zu sehen: Der Wasserstand im Angelteich ist um 60 Zentimeter gesunken. Dennis Jahn holte Baumschnitt aus dem Gewässer.

Nach 62 Jahren fiel das Bauwerk nach einer Unterspülung komplett zusammen. Dadurch fließt kein Wasser mehr in den Angelteich. Dessen Wasserstand ist um 60 Zentimeter gesunken, was ein Angeln in Zukunft nicht mehr möglich macht, stellte der Vorsitzender der Petrijünger ernüchtert fest. Und das im Jubiläumsjahr. Denn am 30. Juni und 1. Juli wollen die Jahrstedter ihr 40-jähriges Vereinsjubiläum feiern. Doch, ob das Traditionsfest wie geplant über die Bühne gehen kann, steht momentan in den Sternen. Denn ohne ein Gewässer ist auch kein Angeln möglich.

Am Sonnabend kamen trotz der angespannten Situation 14 Vereinsmitglieder erstmals in diesem Jahr zu einem Arbeitseinsatz zusammen. Das Aufräumen der Anlage an der Ohre stand auf dem Plan. Nach dem langen Winter hatte sich einiges an Laub, Äste und weiterer Unrat angesammelt. Nicht nur auf dem Gelände, sondern auch im Angelteich. Dennis Jahn hatte extra die Gummistiefel übergestreift, um am Teichrand für Sauberkeit zu sorgen.

Vereinsvorsitzender Maik Theisz vor den Resten des eingestürzten Stauwehrs in der Ohre. Seit dem Zusammenbruch läuft kein Wasser in den nahen Angelteich, womit auch kein Angeln mehr möglich ist.

Die Diskussion um die Zukunft des Angelvereins spielte während des vormittäglichen Arbeitseinsatzes eine tragende Rolle. So richtig wissen Maik Theisz und die Petrijünger nicht, wie es weiter gehen soll. Zwar gab es am Freitag in Oebisfelde eine Runde mit Vertretern der Stadt Klötze, der Naturparkverwaltung, des Zweckverbandes, der Unteren Wasserbehörde des Altmarkkreises sowie des Unterhaltungsverbandes (UHV) Obere Ohre (AZ berichtete). Doch die Ergebnisse sind für die Jahrstedter unbefriedigend. Wie UHV-Geschäftsführer Hagen Müller informierte, unterhielt der Verband bis vor kurzem 107 Stauanlagen, eine davon war die in Jahrstedt. Ob diese überhaupt wieder errichtet wird, steht nach dem Termin am Freitag noch nicht fest. So wurde bei der Beratung zunächst der Bau einer sogenannten Sohlgleite favorisiert. Es liegt nun an der Naturparkverwaltung, die Machbarkeit zu überprüfen. Vorübergehend könnte, wie von der Unteren Wasserbehörde gefordert, ein provisorischer Stau für höhere Wasserstände in Ohre und Teich sorgen. Ob das bis zum Vereinsjubiläum gelingt, ist jedoch unklar.

Von Henning Lehmann

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