Die Pappel unter den Nadelhölzern

Revierförster Ralf Knapp zeigte im Klötzer Forst einen Bestand mit Küstentannen. Dieses Nadelgehölz könnte eines Tages in der Altmark heimisch werden.

Klötze - Von Peter Lieske. Die Fichte hat aufgrund der Klimaveränderung kaum eine Überlebenschance in der Altmark. „Sie übersteht den Sommer immer weniger“, sagte Ralf Knapp, Revierförster in Kuhfelde, während einer Exkursion durch den Klötzer Forst. Dort stellte er die Küstentanne vor.

Das aus Nordamerika eingewanderte Nadelgehölz ähnelt der Weißtanne sehr. Beide haben flache Nadeln. Und doch unterscheiden sich der amerikanische und der europäische Vertreter in einem Punkt enorm: Die heimische Weißtanne kann 800 Jahre alt werden. Sie wächst langsam. Im Gegensatz dazu wird die Küstentanne nur bis 250 Jahre alt. Die Küstentanne legt eine enorme Wachstumsgeschwindigkeit an den Tag. Sie erreicht eine Höhe von 80 bis 100 Metern. „Das ist für uns fast unvorstellbar“, sagte Ralf Knapp und verglich den Baum mit der Kiefer. Diese erreicht gerade mal eine Höhe von 24 bis 25 Metern. Wegen ihrer Größe wird sie auch Riesentanne genannt und als „Pappel unter den Nadelhölzern“ bezeichnet.

Festes Holz, wie bei der Eiche, kann die Küstentanne nicht vorweisen. „Die Holzqualität ist eingeschränkt“, bemerkte Ralf Knapp. Wegen der Schnellwüchsigkeit ist der Stamm grobporig. Aufgrund der Holzmengen ist sie aber für die Spanplattenproduktion besonders gut geeignet. Daher ist Ralf Knapp überzeugt, dass die Küstentanne den Einstieg in die Holzindustrie finden wird. Eines Tages könnte sie sogar in der Altmark heimisch werden.

Die Douglasie sei das beste Beispiel dafür. Einst nach Europa eingeführt, gehört sie mittlerweile zum Baumbestand. Sobald sich ein Baum eingelebt hat, gelte er als heimisch, berief sich der Revierförster, der auch Naturschutzbeauftragter des Altmarkkreises Salzwedel ist, auf Aussagen des Naturschutzes. Bereits in der nächsten Generation werde die Douglasie als heimische Baumart bezeichnet, vermutete er.

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