Kunrauer Ortschaftsrat will Anlieferung stärker kontrollieren

Osterfeuer bleibt am Standort

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Nur noch ein paar große Wurzeln sind vom Kunrauer Osterfeuer übrig geblieben. Die Asche wird über die Container entsorgt. Der Standort soll erhalten bleiben, verständigte sich der Ortschaftsrat mit den Einwohnern. Foto: Schmidt

Kunrau – Weil es Beschwerden von Anliegern gegeben hatte, setzte Kunraus Ortsbürgermeister Uwe Bock das Thema Osterfeuer auf die Tagesordnung der jüngsten Sitzung. Der Rat sollte diskutieren, ob es einen anderen geeigneten Standort im Ort gibt.

Um es vorwegzunehmen: Den gibt es nicht, das Osterfeuer soll weiter auf der Fläche am Ortsausgang Richtung Steimke abgebrannt werden. Der Entscheidung ging aber eine ausführliche Diskussion voraus.

Uwe Bock erinnerte daran, dass das Feuer in diesem Jahr zu Ostern nicht abgebrannt werden konnte. Erst im Oktober bekam die Feuerwehr die Genehmigung, den Haufen zu entzünden. Allerdings war an diesem Tag Regen, sodass nicht alles Material verbrannte. Ein Großteil des gesammelten Holzes war im Vorfeld bereits geschreddert worden. „Das ging bei uns im Vergleich zu anderen Orten problemlos, weil der Platz eingezäunt ist und nicht unbeaufsichtigt angeliefert wird“, erklärte Bock. Die restliche Asche wird nun auf Container geladen und abgefahren. „Dann ist das alte Osterfeuer vom Tisch“, fasste Uwe Bock zusammen. Er betonte aber auch, dass seiner Meinung nach „das nächste Feuer da wieder entzündet werden sollte.“

Die Anlieger, die sich beschwert hatten, nahmen an der Sitzung teil und stellten ihre Sorgen dar: So ging es zum einen um die Angst vor Funkenflug bei großer Trockenheit, da der Osterfeuerplatz nah an den Wohnhäusern ist. Wehrleiter André Lüders machte darauf aufmerksam, dass zwar vorgeschrieben sei, dass ein Feuer 100 Meter von einem Wald entfernt sein müsse, es aber keinen festgelegten Abstand zu Wohngebäuden in Sachsen-Anhalt gebe. „In anderen Orten ist das Osterfeuer mitten auf dem Dorfplatz“, wusste er von Touren durch die Altmark. Hans-Joachim Ast machte darauf aufmerksam, dass bei einer harten Bedachung nichts passieren könne. Funkenflug sei vor allem in Orten mit Reetdächern ein Thema. Zudem müsse die Feuerwehr vor dem Entzünden einschätzen, ob es zu Funkenflug kommen könnte.

Im Verlauf der Jahre, so erinnerten sich Ortschaftsräte und Einwohner, hatte es verschiedene Standorte für das Osterfeuer im Ort gegeben. Der aktuelle Standort am Ortsausgang Richtung Steimke habe sich dabei als der beste bewährt. „Es gibt kein anderes kommunales Grundstück“, wusste Uwe Bock. Durch das abgeschlossene Bodenordnungsverfahren seien alle denkbaren Flächen in Privatbesitz. Ein Problem gebe es allerdings: Zwar ist der Feuerplatz eingezäunt, es gebe aber sehr viele Schlüssel im Dorf, so dass die Kontrolle, wann wer etwas anliefert, nicht immer gegeben sei. Ein neues Schloss könnte die Probleme beseitigen. Am Standort wollte der Kunrauer Ortsbürgermeister dagegen nicht rütteln. „Der Haufen sollte aber nicht über eine gewisse Größe hinaus gestapelt werden“, wünschte er sich.

Der Wunsch der Anlieger war, dass nicht das ganze Jahr über unkontrolliert angeliefert wird, sondern es erst kurz vor Ostern feste Termine geben sollte, um Holz zum Osterfeuerplatz zu fahren. Dann hätten sie, bei Einhaltung aller anderen Regeln, gegen den Standort nichts einzuwenden. „Wir sind ein junger Ortschaftsrat, wir können uns auf die Fahnen schreiben, dass wir das kontrollieren“, stimmte Robert Liebelt zu.

VON MONIKA SCHMIDT

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