Klötzer Stadträte ließen mögliche Varianten zeigen / Mehr Zeit fürs Votum nötig

Kusey: Ortstermin zum Kita-Standort

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Einige Stadträte, aber auch Eltern und Erzieher nutzten am Sonnabend das Angebot von Klaus Vohs (l.) die Varianten für die neue Kita vorzustellen. Der Ortschaftsrat favorisiert den Sportplatz.

Kusey. Das Interesse war groß. Nicht nur Stadträte waren am Sonnabend zum Ortstermin nach Kusey gekommen. Ortsbürgermeister Klaus Vohs stellte die geplanten Varianten für den Kita-Neubau vor.

Die Stadträte nutzten die Gelegenheit, sich ein Bild von den Gegebenheiten zu machen. Auch Eltern und Erzieher aus Kusey waren vor Ort, um ihre Wünsche und Anregungen vorzubringen.

Ortschaftsratsmitglied Jörg Ziegel (v. l.) erklärte den Stadträten Domenica Borm und Marco Wille das Kita-Projekt.

Die Entscheidung, an welchem Standort und in welcher Form die neue Kuseyer Kita gebaut werden soll, müssen die Stadträte treffen. Bislang scheint es nur Einigkeit darüber zu geben, dass der alte Kindergarten nicht länger genutzt werden kann. Das machte Franz-Hermann Wegner (UWG) im Stadtrat bereits mit drastischen Worten deutlich: „Die alte Kita ist ein Ding aus der Vergangenheit. Mir hat das einen Schrecken eingejagt“, beschrieb er die Zustände. „Ich bin für das Bauen, aber bekomme Zweifel, wie es verwirklicht werden soll“, so der Senior des Stadtrates. Er sprach sich für die Variante an der Schule aus, forderte aber, dass unbedingt ein Gutachter eingesetzt werden sollte, der einen neutralen Kostenvergleich macht, damit der Stadtrat sich für die ökonomischste Variante entscheiden kann.

Im Laufschritt maß Stadtratsmitglied Uwe Harms die angezeichneten Meter für den Kita-Neubau nach.

„Ökonomisch ein Auge darauf zu haben“, war auch der Wunsch des UWG-Vorsitzenden Marco Wille. Schließlich sei „der Geldsack der Stadt nicht so voll, dass wir nicht wissen, wohin damit.“ Denn dann, so argumentierte er etwas ironisch, könnten auch wieder Kindergärten in Neuferchau und Wenze errichtet werden und die Kuseyer Kita müsste nicht so groß gebaut werden. Die Kinder sollten im Mittelpunkt stehen, wünschte sich Marco Wille, trotzdem müsse es ein gesundes Verhältnis zum finanziellen Aufwand geben. Er forderte ein genaues Kalkulieren der Kosten, damit nicht am Ende statt einer 1 eine 2 vor den Ausgaben steht.

Uwe Harms (CDU) lobte den Vorschlag für den Ortstermin, damit sich jeder eine Meinung bilden könne. „Wir kennen unsere finanziellen Möglichkeiten“, erinnerte er. Persönlich halte er die Variante, die Kita in die Schule zu ziehen, für nicht geeignet, „wenn man eine qualitative Verbesserung erreichen will.“

Stefan Thodte (Linke) erklärte, dass sich seine Fraktion deutlich für die Variante am Sportplatz ausspreche. Es gebe nur zwei Nachteile: den fehlenden Schatten und die höheren Kosten, weil erst ein Teil der Fläche gekauft werden müsse. Auch Thomas Mann (CDU), der auch Mitglied des Kuseyer Ortschaftsrates ist, warb für den Standort Sportplatz. „Das hat den Charme, dass auch der Weg zwischen der Kita und der Schule wieder hergestellt werden könnte.“ Zudem könnte am Sportplatz ein großer Spielplatz für die Kita-Kinder entstehen, da dort viel freie Fläche ist, und es müsste nicht um das Gebäude herum ein Spielplatz gebaut werden, wie dies bei der Variante hinter der Schule nötig wäre. „Ein Spielplatz ist für die Erzieher viel besser zu betreuen“, begründete Thomas Mann.

Entscheidung hat noch Zeit

Ein weiteres Argument für ihn sind die Ruhezeiten, die durch die Entfernung zur Schule besser eingehalten werden könnten. Außerdem bat er zu bedenken, dass die Schule und die Turnhalle in dem Bereich die höchsten Gebäude sind. Würde dahinter eine Kita, womöglich nur ebenerdig gebaut, werde sie von den großen Gebäuden förmlich erdrückt.

Sicher scheint, dass der Stadtrat noch einige Zeit benötigt, bis er sich für einen Standort entscheiden kann. Das sei kein Problem, schätzte Thomas Mann ein. „Wir haben noch Zeit, denn 2018 gibt es ohnehin noch keine Fördermittel. Die sollen erst 2019 bis 2022 ausbezahlt werden“, wusste der Kuseyer. Zwar habe das Land noch über keine Förderrichtlinien entschieden, erwiderte Hauptamtsleiter Christian Hinze-Riechers, trotzdem sei es durchaus möglich, schon jetzt Anträge zu stellen. Wie beim Stadtumbau könne die Stadt in Vorleistung gehen und die Fördermittel später abrechnen. „Wie viel Förderung bekommen wir denn?“, wollte der Kuseyer Ortsbürgermeister Klaus Vohs wissen. Die Stadt habe ein großzügiges Projekt eingereicht und eine 80-prozentige Förderung beantragt, antwortete Hinze-Riechers. Diese könne sich aber auch auf bis zu 54 Prozent reduzieren, weil das Land sich noch nicht zur Förderrichtlinie geäußert habe.

Von Monika Schmidt

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