1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Klötze

Klötze fehlt eine Gründungsurkunde

Erstellt:

Von: Monika Schmidt

Kommentare

Menschen in Kostümen in einem Festumzug vor der Kontaktring-Fassade von Klötze
2005 feierte Klötze 150 Jahre Stadtrecht. Beim Festumzug war auch der Stadtrat dabei © Altmark-Zeitung

Die Klötzer würden gern ein Stadtjubiläum feiern. Nur es fehlt an einer entsprechenden Urkunde. Das Datum von 1144, auf das früher berufen wurde, hält wissenschaftlichen Überprüfungen nicht Stand.

Klötze – Die Idee, in Klötze ein Jubiläum zu feiern, gibt es schon länger. Nur über das Datum gab es bislang noch keine Einigung. Klaus Hilmer hatte in einer Ortschaftsratssitzung angeregt, 2024 das 880-jährige Bestehen von Klötze zu begehen. Dabei berief er sich auf die Ersterwähnung von Klötze im Jahr 1144. Bei der Juli-Sitzung wiederholte der Klötzer seinen Vorschlag. „Wollen wir das machen oder lassen?, fragte er in die Runde. Und erinnerte gleichzeitig daran, dass gerade erst in Kunrau groß das 550-jährige Bestehen des Ortes gefeiert wurde. Dann könnte es in Klötze auch eine Jubiläumsfeier geben. Doch Alexander Kleine bremste die Euphorie: „Die Stadt hat das geprüft und festgestellt, dass es keine Urkunde von 1144 gibt“, stellte er klar. Deshalb müsste sich der Ortschaftsrat auf ein anderes Datum einigen. Klaus Hilmer sah darin eine wichtige Aufgabe für die Klötzer Ortschronisten. Sie könnten zum Beispiel in Celle oder Gifhorn nach Urkunden forschen, da Klötze ja damals eine preußische Enklave war, erinnerte Klaus Hilmer. Ob zwei Jahre bis zum Jubiläum viel oder wenig Zeit ist, um ein Fest vorzubereiten, dazu gingen die Meinungen im Ortschaftsrat auseinander. Auf jeden Fall sollen die Ortschronisten nach der Sommerpause in der Septembersitzung über ihre Erkundungen berichten. Wie Raimund Punke seine Ortschaftsräte erinnerte, gab es die Idee zur Feier eines Stadtjubiläums schon vor einigen Jahren. Bereits 2009 wurden Recherchen zur Ersterwähnung Klötzes beauftragt. Dazu wurde ein Geschichts- und Ausstellungsbüro aus Gladigau herangezogen. Dabei stellte sich heraus, dass das Datum 1144 nicht haltbar ist. „Dieses wurde von einem Ernst Schulze aus einer unzulässigen Verknüpfung verschiedener Indizien geschlossen, auch wenn es sich in seinem Text so anhört, als ob er eine entsprechende Urkunde eingesehen hätte“, berichtete Raimund Punke von den Ergebnissen. Spätere Autoren haben dann offenbar Schulzes Angaben ungeprüft übernommen. Um das Problem der fehlenden Urkunde der Ersterwähnung zu umgehen, feierten die Klötzer 2005 einfach 150 Jahre Stadtrecht. Dazu gab es unter anderem einen großen Festumzug durch die Stadt, bei dem sich die Vereine, Schulen und Betriebe präsentierten. Auch die Stadträte machten mit und hatten sich dazu in historische Kostüme gehüllt.

Auch interessant

Kommentare