„Es ist zum Kotzen“

Oebisfelder sind unzufrieden mit der Freibadsituation

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So eine Einrichtung wie das Klötzer Waldbad wünschen es sich viele Oebisfelder: Wasser, um sich an heißen Tagen abzukühlen.

Oebisfelde – Bei dem heißen Sommerwetter der letzten Tage möchte man am liebsten einfach ins Freibad gehen, das kühle Wasser genießen und der Hitze für einen Moment entkommen. Die Oebisfelder haben diese Möglichkeit, in der näheren Umgebung, aber nicht.

Die AZ hat sich bei den Einwohnern umgehört und gefragt, wie sie damit umgehen.

Die Wassensdorfer Badekuhle ist die einzige öffentliche Möglichkeit, sich in der Einheitsgemeinde abzukühlen.

„Wir haben einen großen Pool im Garten“, erklärt eine Umfrageteilnehmerin, die sich mit der Situation arrangiert hat. Deshalb vermisse sie auch kein Freibad im Ort. Ärgerlich sei es natürlich für alle, die nicht im eigenen Garten baden gehen können. Verärgerter ist eine Frau, die mit ihrem Sohn auf dem Weg zum Einkaufen geht. „Hier in der Umgebung, ein vernünftiges Freibad? Gibt es gar nicht“, bestätigt sie. In Zienau bei Gardelegen, im Klötzer Waldbad oder am Allersee bei Wolfsburg – 20 bis 30 Minuten Fahrt in eine Richtung müsse man für einen Freibadbesuch schon einplanen. Einen eigenen Pool im Garten habe sie zwar auch – „das ist ein Muss“, wie sie findet – aber das Gleiche sei es natürlich nicht. „Das Freibad, das es hier mal gab. Das hätte man reparieren sollen“, sagt eine weitere Frau. Das Oebisfelder Freibad wurde nach der Wende geschlossen und zu einem Rodelberg aufgeschüttet. Der bietet zwar bei Schnee Spaß für Kinder, ist im Sommer aber nicht mehr als eine schiefe Wiese. Das Freibad hatte damals zwar seine Probleme, sei aber sehr schön gewesen, erinnert sie sich.

„Es ist einfach zum Kotzen und das sehe nicht nur ich so“, erklärt ein junger Vater, der selbst als kleiner Junge noch im Oebisfelder Freibad schwimmen war. Viele seiner Freunde, die jetzt mit Ende 30 eigene Kinder haben, ärgerten sich darüber, dass sie immer so weit fahren müssten, um schwimmen gehen zu können. Gerade nach der Arbeit und mit den relativ langen Fahrten lohne das unter der Woche kaum. Sollte jemand ein Vorhaben anstoßen, wieder ein Freibad im Ort zu eröffnen, wäre er als Unterstützer dabei.

Das ehemalige Oebisfelder Freibad ist als Rodelberg im Sommer nur eine schiefe Wiese.

„Die Kinder sind aus dem Haus. Jetzt ist es zu spät“, findet eine Mutter. Sie könne verstehen, dass viele Freibäder schließen müssen, da die Unterhaltung recht teuer sei. Dadurch ergebe sich jedoch ein weiteres Problem für die jungen Erwachsenen und Jugendlichen des Ortes. Auch wenn das Baden am nahen Baggersee eigentlich verboten und höchst gefährlich ist, ließen diese sich davon nicht abhalten. „Und einen Bademeister gibt es da ja auch nicht.“ Eine Alternative zu dieser Situation bietet, theoretisch zumindest, die Wassensdorfer Badekuhle. „Das wäre eine schöne Möglichkeit“, findet auch eine Umfrageteilnehmerin. Unglücklicherweise scheiterte der letzte Ausbauversuch an einem fehlerhaften Leader-Antrag, obwohl mehrere örtliche Vereine diesen unterstützten. Mit den EU-Fördergeldern soll nicht nur die Wasserqualität verbessert werden, das gesamte Gelände soll als Naherholungszentrum ausgebaut werden. Dafür müssten mehrere vertrocknete Bäume entfernt und die bestehenden Sanitäranlagen, Zweckgebäude sowie der Spiel- und Sportplatz überarbeitet werden. Zuletzt wurde in die Naherholungsanlage 2011 investiert. Damals erfolgte ein Neubau des Sanitärtraktes mit EU-Geldern.

Das Fazit:

Dass es in Oebisfelde mal ein Freibad gab, ist mittlerweile gut 30 Jahre her. Auch wenn sich viele Einwohner in der Zwischenzeit mit der Situation arrangiert haben, bleibt die Unzufriedenheit, gerade wegen der heißen Sommer in den vorherigen Jahren, bestehen. Positiv zu vermerken ist, dass sich der Ortschaftsrat in seiner Sitzung Anfang Juli erneut mit der Wassensdorfer Badekuhle auseinandersetzte.

VON STEFAN HARTMANN

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