Deutsche Bahn zu Gast im Rathaus

Oebisfelde: Erste Hürde für barrierefreien Bahnhof genommen

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Nach der Rampe kommt die Treppe: Auch wenn der Oebisfelder Bahnhof auf den ersten Metern noch barrierefrei wirkt, ist er für Rollstuhlfahrer eine Sackgasse.

Oebisfelde – Bei der Sitzung des Hauptausschusses der Stadt Oebisfelde-Weferlingen konnte der Bürgermeister Hans-Werner Kraul positive Neuigkeiten zum Oebisfelder Bahnhof mitbringen.

Die Deutsche Bahn habe dem Rathaus einen Besuch abgestattet, um über Arbeiten am Bahngelände zu sprechen.

Bereits seit Jahren kämpfen Bürger, Vereine und Institutionen darum, dass der Bahnhof barreirefrei ausgebaut wird (wir berichteten). Probleme gibt es da vor allem bei den hinteren Gleisen. Während das erste noch von der Straße aus zu erreichen ist und die Unterführung über eine Rampe für Rollstuhlfahrer zugänglich ist, führen nur steile Treppen zu den weiteren Gleisen.

Einer der Gründe, wieso es jetzt zu Gesprächen kam, sei auch die höhere Zahl der Ein- und Ausstiege am Bahnhof. Während vor einem halben Jahr noch 800 bis 850 gezählt wurden, sind es mittlerweile gut 1000. Dabei sei auch konkret über eine Verbesserung der Barrierefreiheit mittels Rampen gesprochen worden. Diese seien günstiger als Fahrstühle und somit auch planungssicherer.

Auf Nachfrage von Ausschussmitglied Maria Bade, ob schon klar wäre, ob und welche Fördermöglichkeiten für das Projekt angefragt werden könnten, erläuterte er weiter, dass die Treppen und Gleise sich in der Verantwortung der Deutschen Bahn befänden. Der Tunnel selbst jedoch in der Obhut der Stadt läge. Auch wenn er es nicht zweckdienlich fände, jetzt um „deins oder meins“ zu diskutieren, rechne er damit, dass die Bahn deshalb auch den finanziellen Löwenanteil an dem Ausbau tragen werde, so Kraul. „Ich hätte aber auch nichts dagegen, wenn sie alles bezahlen.“

Bei diesem Projekt wollten alle Beteiligten, wie die Deutsche Bahn, die Stadt, aber auch Rettungsdienste und Polizei, Hand in Hand arbeiten, damit alle eine Sprache sprechen. So könne gesichert werden, dass nicht im Nachhinein Probleme auftreten, die vermeidbar gewesen wären. Einen besonderen Dank richtete Hans-Werner Kraul in diesem Zusammenhang auch an die Fraktion „Wir für Oebisfelde“, die sich in der Vergangenheit besonders der Thematik Bahnhof gewidmet hatte.

Von einem möglichen barrierefreien Ausbau des Bahnhofgeländes profitieren jedoch nicht nur Rollstuhlfahrer oder Nutzer von Rollatoren. Große Teile der Bevölkerung könnten daraus einen Nutzen ziehen. Auch wer viele Tüten mit Einkäufen trägt oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss sich sonst auf den steilen Treppen quälen.

VON STEFAN HARTMANN

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