Klötzer Ortschaftsrat muss über Grabstelle entscheiden

August Mosel - Ein Bürgermeister wie jeder andere

Eine alte Grabstätte auf einem Klötzer Friedhof mit der Tafel des früheren Klötzer Bürgermeisters August Mosel.
+
Soll die Grabstelle von August Mosel, dem früheren Bürgermeister von Klötze, erhalten bleiben? Der Ortschaftsrat kann sich nicht entscheiden.
  • Monika Schmidt
    VonMonika Schmidt
    schließen

Soll die Grabstelle von August Mosel auf dem Klötzer Friedhof erhalten bleiben oder nicht? Über diese Frage muss der Klötzer Ortschaftsrat entscheiden.

Klötze – „Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass August Mosel nicht so berühmt ist, dass der Ortschaftsrat da einen großen Aufwand betreiben sollte.“ So eröffnete Ortsbürgermeister Raimund Punke die Debatte über das August-Mosel-Grab im Klötzer Ortschaftsrat. Dieser sollte entscheiden, wie mit der Grabstätte auf dem Altstädter Friedhof verfahren wird – eine Einigung gab es bei der Zusammenkunft aber noch nicht. Denn noch immer müssen offene Fragen geklärt werden. Zum Beispiel, wie teuer es wäre, den Grabstein sanieren zu lassen. Die endgültige Entscheidung zum Verfahren mit dem Moselgrab soll am Donnerstag, 4. November, fallen, wenn die Ortschaftsräte wieder zusammenkommen. Ortsbürgermeister Raimund Punke informierte die Ortschaftsräte, dass es einen Interessenten aus Gardelegen gebe. Dieser möchte das Mosel-Grab nach Gardelegen holen, dort aufbauen, „weil es alt ist“, und das Gelände öffentlich zur Verfügung stellen. Genaueres wusste Raimund Punke aber nicht, er kannte das Angebot nur über Dritte. „Nur weil wir kein Geld haben, müsste das Grab dann nicht einfach so abgerissen werden“, befürwortete er den Vorschlag. Klaus Ewertowski warnte vor einer übereilten Entscheidung. Wenn es noch Nachfahren der Familie Mosel gebe, müssten diese zuerst gefragt werden. „Wenn Mosel kein Ehrenbürger war, ist es eine Privatangelegenheit“, stellte Klaus Ewertowski klar. „Ich habe viele alte Bücher gewälzt“, informierte Ortschronist Bernd Granzow. Nirgends sei eine Ehrenbürgerschaft erwähnt. Bernd Unruh sah die ganze Geschichte anders, wie er betonte. „August Mosel gehört zu Klötze und er sollte in Klötze bleiben“, wünschte sich Unruh. Er bot an, die Pflege des Grabes zu übernehmen. „Mosel hat einen historischen Wert für Klötze. Und Klötze hat insgesamt nicht viel Historisches“, begründete das Ortschaftsratsmitglied seinen Einsatz. Bernd Granzow warnte davor, da die Kosten für die Sanierung der Grabstätte unklar seien. Dem schloss sich auch Uwe Witte an. Er ging von etwa 50 000 Euro aus, das sollte sich Bernd Unruh genau überlegen. Lothar Schulze war dafür, das Grab von der Stadt abtragen zu lassen, da sie dafür verantwortlich ist, wenn es keine Angehörigen gibt. Das Hauptportal sollte stehengelassen und darum eine kleine Grünfläche angelegt werden. Am Portal könnte eine Erinnerungstafel an August Mosel angebracht werden, schlug Lothar Schulze vor. Er war ein Bürgermeister wie andere auch und sollte nicht besonders hervorgehoben werden, sagte Klaus Ewertowski. Uwe Witte erinnerte, dass August Mosel zwar einiges für Klötze getan und verändert habe, aber auch viel Geld mit den Klötzern verdiente, indem er ihnen ihr Land billig abkaufte. Dem widersprach Klaus Hilmer, der unter anderem darauf hinwies, dass August Mosel die erste Pflasterstraße in Klötze, nämlich die Oebisfelder Straße, auf eigene Kosten habe bauen lassen. „Er hat nicht nur genommen.“

Arbeitskreis für die Pflege bilden

Alexander Kleine sortierte die Vorschläge ein wenig: „Um das Grab zu erhalten, braucht es eine Initiative“, kam er zu dem Entschluss. Klaus Ewertowski liege richtig mit seiner Einschätzung, dass August Mosel ein normaler Bürgermeister war, aber wer das große Grab sehe, sieht, dass es etwas Besonderes hat. Es mache Eindruck. Da der Ortschaftsrat keine finanziellen Mittel habe, um das Grab wieder herrichten zu lassen, sollte sich eine Initiative oder ein Arbeitskreis finden, der Sponsoren für das Mosel-Grab sucht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare