Nicht vom grünen Tisch entscheiden

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Die Mitglieder der CDU-Stadtratsfraktion besichtigten auch die Sporthalle in Hevekerls Saal in Lockstedt.

Lockstedt. Es ist einfacher, über etwas zu diskutieren, wenn man die örtlichen Gegebenheiten kennt. Deshalb hat Martina Fritzsche, Vorsitzende der Klötzer CDU-Stadtratsfraktion, für ihre Fraktion Besuchstermine in den Ortsteilen der Stadt vereinbart. Von Monika Schmidt

Nachdem im vergangenen Jahr in erster Linie die Gewerbebetriebe besichtigt wurden, geht es in diesem Jahr vor allem um die Einrichtungen in den Orten, die in Trägerschaft der Stadt sind. Im März soll der Stadtrat über die Gebührenordnung für die Dorfgemeinschaftshäuser befinden. Nicht alle Einrichtungen sind den Stadtratsmitgliedern jedoch bekannt. Deshalb begab sich die CDU-Fraktion am Montagabend auf eine kleine Rundreise. Gestartet wurde in der früheren Gemeinde Neuendorf. Dort konnten an einem Abend gleich vier Ortsteile abgearbeitet werden. Wobei sich die CDU-Fraktionsmitglieder den Weg in den Ortsteil Neuendorf sparen konnten: Dort gibt es weder eine Feuerwehr noch eine öffentliche Einrichtung, die von der Stadt unterhalten werden muss. Dafür aber in den drei anderen Ortsteilen:

In Siedentramm besichtigten die Fraktionsmitglieder, die von Ortsbürgermeisterin Dormenica Borm und dem Stadtratsmitglied Franz-Hermann Wegner geführt wurden, das Feuerwehrhaus. Dieses ist in Eigenleistung der Siedentrammer aus einer Scheune umgebaut worden. „Es handelt sich nicht um ein Dorfgemeinschaftshaus“, machte Domenica Borm deutlich, da das Gebäude fast ausschließlich von der Feuerwehr genutzt werde. In Hohenhenningen bilden Feuerwehrgerätehaus und Dorfgemeinschaftshaus eine Einheit, stellten die Gäste aus der Stadt fest. Auch dort erfolgte der Umbau des Schulungsraums in Eigenleistung der Feuerwehrleute, erläuterte Wehrleiter Guido Lawerenz.

Im Ortsteil Lockstedt gab es eine ganze Menge zu besichtigen. Gestartet wurde im Feuerwehrgerätehaus, dass 1996 gebaut wurde. Nächste Station war Hevekerls Saal. „Das ist kein Dorfgemeinschaftshaus“, machte Domenica Borm deutlich. Der Saal befindet sich in Privatbesitz. „Bis 2015 läuft ein Pachtvertrag mit der Stadt“, informierte Bürgermeister Matthias Mann. Der Saal wird in erster Linie vom Lockstedter Sportverein als Sporthalle genutzt. Tischtennis, Gymnastik, Tanz und Billard werden dort unter anderem angeboten. Einen kurzen Abstecher unternahmen die Gäste dann noch zur Kindertagesstätte und zum Ortsbüro, bevor im Dorfgemeinschaftshaus von Lockstedt gemeinsam mit dem Ortschaftsrat getagt wurde. „Diese Besichtigung ist eine gute Sache, damit die Stadträte einen Einblick bekommen, worüber gesprochen wird“, erläuterte die Ortsbürgermeisterin ihrem Ortschaftsrat. „So bekommen die Stadträte eine genaue Vorstellung“, freute sie sich. „Wir wollen nicht vom grünen Tisch aus entscheiden, sondern auch mit den Räten ins Gespräch kommen, schließlich ist die Haushaltsdiskussion noch nicht im Gange“, erläuterte Martina Fritzsche den Hintergrund der Besichtigungen. Zwar sei die Haushaltslage der Stadt prekär, trotzdem könnten aus den Ortschaften Wünsche geäußert werden. Das tat Domenica Borm auch stellvertretend für ihren Ortschaftsrat: Die Heizung in der Kindertagesstätte müsste dringend saniert oder erneuert werden, informierte sie. Mehrfach war es im Winter kalt in den Räumen. Die ursprünglich für die Heizungssanierung eingeplanten Haushaltsmittel aus dem Konjunkturpaket waren umgesetzt worden, erinnerte sie. „Es ist nicht optimal, die Beiträge anzuheben und dann sind die Räume kalt“, gab sie den Unmut der Eltern weiter.

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