Neues Material für die Chronik

Klötze steht im großen deutschen Ortsbuch

Der Klötzer Ortschronist Bernd Granzow sitzt vor einem alten Buch. „Müllers großes deutsches Ortsbuch führt etwa 135000 Orte auf.
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Ein historisches Ortsnamenbuch von 1933 hat der Klötzer Ortschronist Bernd Granzow erhalten.
  • Monika Schmidt
    vonMonika Schmidt
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Der Klötzer Ortschronist Bernd Granzow bekommt von vielen Einwohnern der Stadt Material für die Chronikarbeit. Zu den jüngsten Errungenschaften gehört ein altes Ortsnamenbuch, in dem 135000 Orte aus ganz Deutschland verzeichnet sind.

Klötze – Als „Klötze im Kreis Gardelegen“ ist die Purnitzstadt in „Müllers großem deutschen Ortsbuch“ verzeichnet, das Ortschronist Bernd Granzow kürzlich von einem Spender für die Chronikarbeit erhalten hat. In der Auflage von 1933, die der Postmeister Friedrich Müller erarbeitet hat, sind alle Orte der damaligen Zeit verzeichnet. Egal, ob es sich um Stadt- und Landgemeinden oder nicht selbstständige Orte und Siedlungen handelt, „die von irgendeiner Bedeutung für Verkehr und Verwaltung sind“, so heißt es im etwas sperrigen Titel des Werks. Rund 135 000 Ortschaften sind in dem Verzeichnis erfasst. Mit Recht nennt der Postmeister sein Ortsbuch das „vollständige Gemeindelexikon“.

Stichwortartig gibt es zu jedem Ortsnamen alle wichtigen Informationen. So wird neben der Einwohnerzahl und den Informationen, ob es einen Bahnhof und ein Postamt gibt, unter anderem auch aufgeführt, zu welchem Finanzamt der Ort gehört. Für Klötze bedeutet dies, dass als erste Mitteilung genannt wird, dass Klötze zum Kreis Gardelegen gehört. Klötze ist eine Stadt, für die 4258 Einwohner gezählt werden. Es gibt eine Zustellpostanstalt sowie eine Eisenbahnstation mit Personen- sowie vollem Gepäck- und Güterverkehr. Auch ein Amtsgericht war damals in Klötze noch vorhanden. Erwähnt wird auch das Standesamt. Klötze gehörte damals zum Finanzamt Gardelegen und zur Provinz Sachsen.

Das große deutsche Ortsbuch für den Post- und Eisenbahnverkehr erschien 1922 zum ersten Mal. Ab der zweiten Auflage 1926 trug es den Namen seines Bearbeiters, des Postmeisters Friedrich Müller. Während der Zeit der deutschen Teilung wurden die Orte aus dem Gebiet der DDR nicht mehr aufgeführt. Nach der Wiedervereinigung 1992 erschien zunächst ein Interimsband für die neuen Bundesländer, in der 25. Auflage von 1994/95 sind dann wieder alle Orte aus Ost und West in dem Verzeichnis aufgeführt. Das Ortsbuch gibt es bis heute, die aktuelle Auflage ist von 2019.

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