Klötzer Storchennachwuchs scheint es noch gut zu gehen / Naturpark prüft nach

Nahrung wird knapper

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Wartend auf den Partner, sorgte einer der beiden Klötzer Altstörche gestern für etwas Schatten für den Nachwuchs. Nachdem die Elterntiere am 8. und 20. März aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt waren, ziehen sie aktuell zwei Junge auf einem Schornstein an der Salzwedeler Straße auf. 

Klötze. Anhaltende Wärme und Trockenheit sorgen für Nahrungsknappheit bei Familie Adebar. Fridolin und Mai trieb dieser Umstand nun zu einer „Kurzschlusshandlung“, wie das Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde im benachbarten Landkreis Gifhorn auf ihrer Homepage mitteilt.

So warfen die beiden Storcheneltern in den vergangenen Tagen drei ihrer vier Jungen aus dem Nest. „Das mutet brutal an, ist aber eine Reaktion der Störche, die wahrscheinlich selbst Hunger haben, für ihre Jungen nicht die geeignete Nahrung finden und durch deren dauerhaftes Betteln dazu getrieben werden“, erläutern die Naturschützer. Vor allem an Regenwürmern, Insektenlarven, Heuschrecken, Laufkäfern und jungen Amphibien, also jener Nahrung, die in der ersten Lebensspanne benötigt wird, mangele es aktuell.

Wie es dem an der Salzwedeler Straße brütenden Klötzer Storchenpaar geht? Die AZ fragte gestern bei Familie Bromann nach, die aus dem obersten Stock ihres Hauses einen guten Blick auf den Horst hat. In diesem werden nun bereits im achten Jahr hintereinander Junge aufgezogen, und Gundula Bromann ist zuversichtlich, dass es auch diesmal klappt. „Die Elterntiere kommen im Wechsel regelmäßig aus Richtung Purnitzgrund geflogen und schaffen scheinbar genug Nahrung heran“, haben sie und ihr Mann beobachtet. In diesem Jahr sind es übrigens zwei Junge, die mittlerweile gut zu sehen sind. Auch in den Vorjahren kam der Klötzer Storchen-Nachwuchs mehrheitlich im Doppelpack. Nur 2011 und 2014 war es lediglich ein flügges Jungtier, 2013 und 2016 flogen dafür drei Jungstörche aus.

Dass es auch im Purnitzgrund geeignete Nahrung derzeit nicht gerade im Überfluss gibt, scheint eine Beobachtung der vergangenen Tage zu stützen. So sei kürzlich ein Altvogel mit „einer Schlange oder Blindschleiche“ im Schnabel zum Nest zurückgekehrt. „Seine Jungen konnten damit nichts anfangen, und so hat der Storch die Beute dann selbst verschlungen“, berichtet Gundula Bromann im AZ-Gespräch.

Auch bei Wolfgang Sender, dem Storchen-Experten in der Naturpark-Verwaltung Drömling, steigt angesichts der andauernden Dürre die Sorge um seine Schützlinge. „Die Vermutung liegt nahe, dass es aufgrund der Trockenheit zu Nahrungsknappheit bei den Störchen kommt“, erklärte der Wassensdorfer gestern gegenüber der AZ. Konkrete Zahlen oder Fakten könne er aber noch nicht benennen. Hierzu soll es zunächst in dieser Woche eine stichprobenhafte Kontrolle von rund 15 Storchennestern innerhalb des Drömlings geben.

Von Matthias Mittank

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