Nachteil aus der Gebietsreform

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Bürgermeister Matthias Mann (r.) sprach am Freitagabend zu den Kameraden der Ortsfeuerwehr Klötze. Von den Brandschützern erfuhr er, dass diese in der Feuerwehrsatzung die freie Grabstelle für lang gediente Kameraden vermissen.

Klötze - von Peter Lieske. Die Ortsfeuerwehr Klötze stellt „nach wie vor Anspruch auf die Unterstützung unserer ehrenamtlichen Arbeit“. Mit diesen Worten wandte sich Ortswehrleiter Rüdiger Wührl am Freitagabend in seinem Bericht während der Jahreshauptversammlung an Bürgermeister Matthias Mann. Die personelle und materielle Leistungsstärke der Ortsfeuerwehr dürfe nicht einer künftigen Finanzknappheit der Stadt zum Opfer fallen, forderte er. Insbesondere die Stadträte, so der Ortswehrleiter, müssten die verschiedenen Strukturen der Kommunen und somit die Unterschiede in der Größe, Qualität und Leistungsstärke der Ortswehren erkennen.

Mit Zahlen und Statistiken (siehe neben stehender Bericht) untermauerte Rüdiger Wührl den Status der Klötzer Ortswehr, wobei er klar machte, dass es nur ein Miteinander innerhalb der Gemeindewehren geben wird. „Allen muss klar gemacht werden, dass der Brandschutz eine Pflichtaufgabe der Stadt ist und kein Hobby, das mit einem Kaninchenzüchterverein gleichgestellt wird, auch wenn wir den Bürgern manchmal seltsam unter Atem- oder Vollschutz gekleidet gegenüberstehen.“

Bürgermeister Matthias Mann sei „froh und dankbar“ über den Stadtwehrleiter, der seine Arbeit „hauptamtlich wie auch ehrenamtlich hervorragend meistert“. Er betonte, dass er alle 16 Wehren der Stadt „so lange wie möglich aktiv bereit halten möchte.“ Durch den Wegfall der Einnahmen aus der Feuerschutzsteuer fehle der Stadt zur Erfüllung der Pflichtaufgabe eine Summe von 35 000 Euro. Entsprechend müsse im Haushaltsansatz „nachgerüstet“ werden.

Wie groß der eingangs eingeforderte Anspruch der Ortsfeuerwehr ist, machte Volker Tegge deutlich. „Ich vermisse die freie Grabstelle für Feuerwehrkameraden, die länger als 30 Jahre aktiv waren“, sagte er. Eine solche kostenfreie Grabstelle sei von der Stadt Klötze nie in der Satzung verankert worden, antwortete Matthias Mann. Es gebe dazu lediglich einen Beschluss des Hauptausschusses aus dem Jahr 1993, der aber nie in der Satzung umgesetzt wurde. Richtig sei, dass es „teilweise freie Liegeplätze gab“, so der Bürgermeister. In die neue Feuerwehrsatzung wurde dieser Passus nicht aufgenommen, weil es diesen in der alten auch nicht gab, betonte er und machte deutlich, sich persönlich in dieser Frage zurückzuhalten, schließlich gehe es um die Gleichbehandlung aller aktiver Kameraden in der neuen Einheitsgemeinde.

Volker Tegge sah das anders: Durch die Gebietsreform dürfe keinem Bürger ein Nachteil entstehen. „Uns entsteht aber dieser Nachteil. Ich bitte Sie, die Angelegenheit zu überdenken. Das nehmen wir jedenfalls so nicht hin. Es darf nicht mit zweierlei Maß gemessen werden“, so Volker Tegge. Er machte folgende Rechnung auf: Ein gewählter Kommunalpolitiker bekomme Sitzungsgeld und Aufwandsentschädigung. Mit diesen Einnahmen habe er bereits seinen Friedhofsplatz bezahlt. Auf der anderen Seite stehe der Feuerwehrmann, „der jeden Freitag zum Dienst erscheint, niemals weiß, wann er nach Hause kommt und seine Gesundheit aufs Spiel setzt“. Für Volker Tegge war klar: Hätte es die Gebietsreform nicht gegeben, dann wären die freien Grabstellen noch da.

In dieser Frage sei der Klötzer Ortsbürgermeister Klaus Ewer-towski bereits um Hilfe gebeten worden, sagte Ortswehrleiter Rüdiger Wührl dazu abschließend.

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