Wer nicht ausbildet, unterstützt den Fachkräftemangel

Motto in der Pflege: „Selbst handeln“

+
Beim Sommerfest für die Bewohner sorgte am Nachmittag Sven Meisezahl aus Weißenfels für Stimmung im Klötzer Senioren-Wohnpark, der sein 25-jähriges Bestehen feierte.

Klötze – Nach der offiziellen Feierstunde zum 25. Geburtstag des Klötzer Senioren-Wohnparks am Dienstagvormittag feierten am Nachmittag die Bewohner und die Mitarbeiter beim Sommerfest das Jubiläum.

Dort, wie auch zuvor schon am Vormittag, sprach Einrichtungsleiterin Vera Ossada-Pannier allen Mitarbeitern, allen Bewohnern und allen Partnern der Einrichtung ihren Dank aus. „Jeder hat zwei Wünsche: Alt zu werden und dabei jung zu bleiben“, erinnerte sie. Mehr als 6,3 Millionen über 80-Jährige wird es in wenigen Jahren in Deutschland geben, denn die Altersprognose steigt ständig an.

„Mit dem Älterwerden der Menschen nimmt auch die Pflegebedürftigkeit zu“, stellte die Leiterin der Einrichtung an der Schützenstraße fest. „Wir sind rund um die Uhr und in jeder Situation für diese Menschen da“, betonte sie. Dass sich der Klötzer Senioren-Wohnpark auf die Betreuung von Demenz- und Alzheimerkranken spezialisiert habe, zeichne die Einrichtung aus. Die Nachfrage danach ist ständig steigend. Ebenso der Bedarf an Mitarbeitern.

Bewohner, Mitarbeiter und Partner der Einrichtung waren bei der Feierstunde dabei.

Diese bildet die Einrichtung am liebsten selbst aus und werde dieses Prinzip auch in Zukunft fortsetzen, kündigte Vera Ossada-Pannier an. „Alle, die wirklich wollen, erhalten bei uns eine fundierte Ausbildung“, versicherte sie. Der Fachkräftemangel – nicht nur im Bereich der Pflege – entstünde auch dadurch, dass nicht überall ausgebildet werde, betonte die Einrichtungsleiterin weiter. „Selbst handeln“, gab sie deshalb als Motto für ihren Betrieb aus. „Auf politische Entscheidungen zu warten, bringt uns nicht vorwärts.“

Viele Mitarbeiter im Klötzer Senioren-Wohnpark sind wie Vera Ossada-Pannier, die am 1. Oktober 1994 ihren Dienst antrat, schon seit vielen Jahren dabei. 34 Mitarbeiter haben mehr als zehn Dienstjahre, 20 sogar mehr als 20 Dienstjahre in der Einrichtung. Der Senioren-Wohnpark gehöre zu den größten Arbeitgebern in Klötze. Ossada-Pannier betonte die gute und wichtige Zusammenarbeit mit der Stadt.

„Es ist wichtig, dass es solche Einrichtungen in der Einheitsgemeinde gibt“, erwiderte Hauptamtsleiter Matthias Reps den Dank. Pflege sei eine schwere Arbeit, betonte er. Er bedankte sich beim Team, das den Betreuten ein würdiges Leben im Alter ermögliche.

Viel Lob für Vera Ossada-Pannier und ihre Mannschaft gab es auch von Volker Feldkamp, Geschäftsführer des Trägers Emvia Living. „Sie machen nicht nur das meiste, sondern alles richtig hier“, stellte er fest. „Denn man darf auch Fehler machen und daraus lernen.“ Das Klötzer gehöre zu den führenden Heimen im Unternehmen. „Der Ruf ist so gut, der geht über die Grenzen des Kreises hinaus“, lobte der Geschäftsführer.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Falk Kindermann, Tilman Bieber und Paul Tiedemann von der Kreismusikschule. Am Nachmittag sorgte Sven Meisezahl mit seinem Akkordeon für Stimmung im Festzelt.

VON MONIKA SCHMIDT

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare