Top modern und einfach märchenhaft

Der Winterfelder Planer Sven Rühlmann überreichte der Kita-Leiterin Britta Patermann den Schlüssel für die neue Märchenburg in Apenburg.

Apenburg - Von Peter Lieske. „Tschüsss Kindergarten.“ Mit diesen Worten schloss Britta Patermann am Sonnabend um 9.36 Uhr ein letztes Mal die alte Kindertagesstätte am Alten Tor in Apenburg ab. Seit heute dürfen in diesem Flachbau keine Kinder mehr betreut werden. Die Betriebserlaubnis für die Kindereinrichtung wurde nicht mehr erteilt. Ein wenig Wehmut kam vielleicht noch bei einigen Erwachsenen auf, die das Haus aus Kinderzeiten kannten, die Mädchen und Jungen aber weinten der alten Kita kein Auge nach, im Gegenteil: „Wie schön, dass heute Einweihung ist“, sangen sie wenig später freudestrahlend vor ihrem neuen Domizil direkt an der Grundschule.

„Die alte Einrichtung war schlicht und einfach eine Katastrophe“, sagte Landrat Michael Ziche, der sich vom baulichen Zustand persönlich ein Bild gemacht hatte. Und der Altmarkkreis steuerte 102 000 Euro dazu. Eine Summe, um die der Umbau des Hortes zur neuen Kita Märchenburg teurer geworden war. 828 000 Euro wurden verbaut, berichtete Verbandsgemeindebürgermeisterin Christiane Lüdemann. Seit Anfang des Jahres ist sie die Dienstherrin der Kita, nachdem die Kindereinrichtungen von den Gemeinden an die Verbandsgemeinde übertragen worden waren.

Das war eine turbulente Zeit, wie Harald Josten erinnerte. Der Bürgermeister des neuen Flecken Apenburg-Winterfeld machte auf die Umstände aufmerksam, unter denen der Umbau vollzogen werden musste. So wurde der Bau vom alten Gemeinderat Apenburg zwar beschlossen. „Der alte Rat hatte sich lange damit beschäftigt. Er hatte versucht, das Projekt anzuschieben. Doch unter dem Zeitdruck war es ihm nicht mehr gelungen.“ Und dann kam der Winterfelder ins Spiel. Als Bürgermeister der Großgemeinde war er ab 1. Juli 2009 verantwortlich. „Wir alle zusammen mussten das Ding schultern“, machte er deutlich, dass nun ein neuer Rat mit Mitgliedern auch der ehemaligen Gemeinden Altensalzwedel und Winterfeld zuständig war. Aber das größte Problem stand, wie er sagte, noch bevor. Und zwar war klar, dass die Gemeinde das Vorhaben zwar anschieben, der neue Träger, die Verbandsgemeinde, dieses aber am Ende umsetzen musste. „Wir hatten nochmals diskutiert, wie wir die Kuh vom Eis kriegen.“ Schließlich wurde im Oktober 2009 eine Vereinbarung zwischen Apenburg-Winterfeld und der damaligen Verwaltungsgemeinschaft Beetzendorf-Diesdorf unterzeichnet. „Damit hatten wir Planungssicherheit. Nun wussten wir, wir bringen es zu Ende.“ Weitere Hürden waren zu nehmen. So kam es zu einem Planerwechsel. Aber auch die Behörden hatten in der Zwischenzeit andere Vorstellungen, wie die neue Kita zu gestalten sei. Und doch konnte das Werk am Ende vollendet werden.

Davon überzeugten sich am Sonnabend mehr als 300 Gäste. Sie staunten, was aus dem 1979 erbauten Essenhort geworden war, der vor wenigen Wochen nur noch ein „hohler Vogel“ (Harald Josten) nach der Entkernung war. Die Besucher fanden eine moderne Kita vor, die dem Namen alle Ehre macht: einfach märchenhaft.

Ein Name fiel an diesem Tag besonders häufig: Mark Wöllmann. Das Engagement des stellvertretenden Bürgermeisters wurde mehrfach gelobt. Dieser gab es gerne an die vielen Helfer weiter, die etliche Stunden ihrer Freizeit opferten, um den Termin des Einzugs der Kita einhalten zu können.

Ganz am Rande prägte die Verbandsgemeindebürgermeisterin einen neuen Begriff für die Grundschule – diese musste im vergangenen Jahr ebenfalls umfangreich umgebaut werden, um Platz für den Hort zu schaffen – die Kita und eben den Hort: ein „Zentrum für Kinder“.

Und so feierten beide Einrichtungen gemeinsam den Tag des Neuanfangs. Fast symbolisch schien der Auftritt der Kita-Kinder auf dem Schulhof der Grundschule. Viel Unterstützung gab es von den Vereinen der Gemeinde. So konnten die Kinder mit Mini-Quads ihre Runden drehen, die Liedertafel Apenburg sang Lieder und Vereinsmitglieder besetzten die Stände, wie Kuchenbasar und Bratwurststand.

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