27 500 Euro Mehrkosten im Jahr

Mobiles Blockheizkraftwerk könnte Waldbad und Sporthalle wärmen

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Ein mobiles Blockheizkraftwerk könnte im Sommer das Klötzer Waldbad und im Winter die Zinnberghalle beheizen. Zwar würde die Stadt Strom sparen, hätte dafür aber Erdgaskosten für das Bad. Die Jahresmehrkosten liegen bei 27 500 Euro. Jetzt liegt es am Stadtrat, ein Votum zu treffen.

Klötze. Wirtschaftlich ist es nicht, wenn das Klötzer Waldbad beheizt werden soll. Das stellte Marco Sobirey von der Avacon im Stadtrat am Mittwoch gleich zu Beginn seiner Ausführungen klar. „Jede Energie, die ich da reinstecke, verursacht Kosten“, erklärte er.

Das Unternehmen hatte auf Wunsch der Verwaltung geprüft, wie eine mobile Kraft-Wärme-Kopplung für das Klötzer Waldbad aussehen könnte. Und schlug vor, ein mobiles Blockheizkraftwerk (BHKW) zu nutzen. Dieses könnte, so erklärte der Kommunalmanager den Stadträten, im Sommer im Waldbad und im Winter an der Zinnberghalle eingesetzt werden. Zwar würde der Strombedarf für Waldbad und Sporthalle deutlich sinken, dafür müsste aber im Bad ein Gasanschluss gelegt werden, mit dem der Erdgasbedarf von 510 000 Kilowattstunden im Jahr gedeckt werden könnte. Bei der Zinnberghalle würde der Erdgasverbrauch von 202 000 kW/h auf 275 000 kW/h ansteigen. Die Stadt müsste das Blockheizkraftwerk nicht kaufen, sondern könnte mit dem Unternehmen einen Pachtvertrag schließen und müsste die Kosten für den Verbrauch an Erdgas und Strom zahlen. Am Ende, so rechnete Marco Sobirey vor, würden Jahresmehrkosten von 27 500 Euro stehen, da die Netto-Jahreskosten von 29 213 Euro derzeit auf 56 717 Euro steigen würden.

Die Kosten seien deshalb so hoch, weil nicht nur viel Wärme benötigt werde, um das Wasser im Bad zu Saisonbeginn auf die gewünschten 24 Grad aufzuheizen, sondern weil die Anlage während der Saison komplett durchlaufen muss. Denn die Umwälzpumpen des Bades laufen im Dauerbetrieb. Bei nur 22 Grad Wassertemperatur seien die Kosten geringer, „aber die Frage ist, wann habe ich mehr Besucherzahlen“, stellte Marco Sobirey in den Raum. Und er verwies auf Beetzendorf, wo das Stölpenbad bis 27 Grad aufgeheizt wird.

Fotovoltaik als Alternativ auf dem Waldbaddach scheide aus, da nicht Strom, sondern vor allem Wärme zum Beheizen benötigt wird, erläuterte der Experte weiter. Außerdem scheine die Sonne nachts nicht, die Umwälzpumpen müssen aber trotzdem laufen.

Horst Wienecke machte darauf aufmerksam, dass bei höheren Wassertemperaturen auch mehr Chlor zum Einsatz komme, die Kosten dafür also steigen. „Dann ist die ganze Rechnung nicht mehr stimmig“, vermutete er.

Matthias Mann erinnerte an den Ansatz der Untersuchung: Die Verwaltung sollte Modelle vorschlagen, wie ein Beheizen möglich ist. „Jetzt wissen wir was geht und haben eine Hausnummer, was es kostet“, erläuterte er. Wann und ob das Thema in Angriff genommen werden soll, sei eine Entscheidung des Stadtrates. Die Lage und die Größe des Bades schränke die Auswahl der Möglichkeiten ein, deshalb sei Biogas zum Beispiel keine Alternative. Auch Heizöl und Sonne seien als Möglichkeiten geprüft worden, bis sich das BHKW als Lösung herauskristallisierte.

Von Monika Schmidt

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