Schulsozialarbeiterin will Schützlinge für Themen wie Gewalt, Missbrauch und Erpressung sensibilisieren

Mobbing: Auch unter Grundschülern

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Die drei Klötzer Drittklässlerinnen Nikole August (v.l.), Eileen Schoewe und Klara Muth gehören zu etwa 350 Grundschülern in der Klötzer Einheitsgemeinde, für die Schulsozialarbeiterin Andrea Bartel oft der erste Ansprechpartner ist.

Klötze. Drohen, verspotten, beschimpfen, schlagen, schubsen, treten, kneifen oder auch böse Gesten – es gibt viele Formen des Mobbings an Schulen.

Dass das wiederholte Drangsalieren und Schikanieren einzelner Schüler bereits in den unteren Klassenstufen auftritt, das hätte Andrea Bartel, Schulsozialarbeiterin für die drei Grundschulen in Klötze, Kunrau und Kusey, bei Antritt ihrer Stelle im November 2012 nicht vermutet. Wie die Wallstawerin im AZ-Gespräch sagt, wurde sie schon am ersten Arbeitstag eines Besseren belehrt. „Ein Schüler aus der vierten Klasse der Klötzer Grundschule war damals bereits über zwei Jahre hinweg gemobbt worden – der Fall gehörte zu den ersten Anfragen“, blickt die Schulsozialarbeiterin zurück.

Um das Problem Mobbing und Gewalt anzugehen, gibt Andrea Bartel soziale Klassenstunden. „Ich möchte den Schülern deutlich machen, wo Streiten und Ärgern aufhören und Mobbing anfängt – und dass zum Beispiel Streiten zum Leben dazu gehört“, erläutert die Wallstawerin. Wenn sie bei Schüler-Konflikten einschreitet, gehe es „nicht um Strafe oder Schuld“, so die Sozialarbeiterin, sondern dass sich die Schüler von Angesicht zu Angesicht mit dem Sachverhalt auseinander setzen und Kompromisse finden. „Täter“, da ist Andrea Bartel überzeugt, „brauchen ebenso Hilfe wie die Opfer.“ Auch Zuschauer hätten einen Anteil am Eskalieren von Konflikten.

Von Matthias Mittank

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