Schlechte Nachrichten zum Fest: Produktion von Raschelsäcken eingestellt

Meshpack-Mitarbeiter in Kusey fürchten um ihren Job

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Trüb wie das Wetter ist die Stimmung bei den Mitarbeitern von Meshpack: Geschäftsführer Klaus Gerhold hat ihnen in dieser Woche das Ende der Raschelsackproduktion in Kusey verkündet. Dieses Standbein wird nach Griechenland verlagert.

Kusey. Eigentlich sollte die Weihnachtszeit die Zeit der guten Nachrichten sein. Nicht so für die Mitarbeiter von Meshpack in Kusey. Sie erhielten in dieser Woche eine Hiobsbotschaft, die die Vorfreude auf die Feiertage verdorben hat.

Stattdessen geht es um ihre Existenz: In einer kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung informierte Meshpack-Geschäftsführer Klaus Gerhold nach Informationen der Altmark-Zeitung, dass die Raschelsack-Produktion in Kusey eingestellt wird. Die Produktion der Raschelsäcke soll an einem anderen Konzernstandort in Griechenland gebündelt werden.

Mit den Raschelsäcken, also den bunten Verpackungssäcken, in denen beispielsweise Kartoffeln, Zwiebeln oder Möhren verkauft werden, hatte die Firma Meshpack, die 1997 gegründet wurde, ihren Betrieb in Kusey aufgenommen. Die Nähe zur Kartoffelproduktion und -schälung, die damals schon im Kuseyer Gewerbegebiet am Köckter Weg ansässig war, hatte seinerzeit den Ausschlag für den Standort gegeben.

Nach und nach wurden die Geschäftsfelder erweitert: Netze für Teiche und Rundballen sowie vor allem die Netze, in denen Weihnachtsbäume verpackt werden, kamen dazu. Auf den großen Maschinen in der Halle im Kuseyer Gewerbegebiet laufen wie auf Web-stühlen die verschiedenfarbigen Plastikfäden zu verwobenen Netzen zusammen. Nach Informationen der Altmark-Zeitung soll die Produktion der anderen Netze, die in Kusey hergestellt werden, zunächst weitergeführt werden. Ausgelagert werden sollen demnach nur die Raschelsäcke.

Die Firma Meshpack wurde im Jahr 2000 von der griechischen Karatzis-Gruppe übernommen. Die Firma, die ursprünglich mit einer Hotelkette in Kreta begonnen hatte, produziert schon seit 1986 Netze. Es gibt fünf Produktionsstandorte in Griechenland, dazu welche in Deutschland und den USA, wo 2008 eine weitere Firma gegründet wurde. Zur Gruppe gehört weiterhin eine Handelsgesellschaft in England und seit 2016 auch eine Firma in Italien.

Weil bei Meshpack künftig weniger produziert wird, müssen Stellen abgebaut werden. Nach Informationen der Altmark-Zeitung rechnet die Hälfte der Belegschaft von derzeit etwa 60 Mitarbeitern mit einer Kündigung. Während die Mitarbeiter zu Weihnachten also um ihre Existenz fürchten, werden über die Homepage von Meshpack weiter Mitarbeiter wie Maschinen- und Anlageführer sowie Auszubildende zum 1. August 2019 gesucht.

Eine Anfrage der Altmark-Zeitung an Meshpack und Geschäftsführer Klaus Gerhold zu den Veränderungen im Betrieb blieb bis gestern unbeantwortet.

Von Monika Schmidt

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