Einblick in die tägliche Arbeit eines Pfarrers

Michael Nolte dreht Dokumentation übers Homeoffice

Michael Nolte beugt sich über seinen Arbeitstisch und schreibt mit einem dicken Filzstift auf die Rückseite einer Tapetenrolle.
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Pfarrer Michael Nolte schreibt die Szenen, die er am Tag drehen möchte, vorher mit dickem Filzstift auf eine Tapetenrolle.
  • Monika Schmidt
    vonMonika Schmidt
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Täglich mehrere Videos zu biblischen Themen veröffentlicht Michael Nolte. Er ist seit einem Jahr im Homeoffice beschäftigt mit der „Filmverkündigungsarbeit“.

Klötze - Von der aktiven seelsorgerischen Arbeit in der Klötzer Kirchengemeinde hat sich Pfarrer Michael Nolte seit Beginn der Corona-Krise zurückgezogen. Er ist in den Wartestand versetzt und nicht mehr Pfarrer für Klötze. Ansprechpartner für die Kirchengemeinde ist seit Kurzem die Gemeindepädagogin Christel Backs-Pacholik. Der Wartestand ist aber kein Ruhestand, wie Michael Nolte durch vielfältige filmische Aktivitäten aus seinem Wohnort Quarnebeck beweist. Dabei konzentriert er sich aber komplett auf Homeoffice und Internetarbeit. Täglich lädt er mehrere Predigten, biblische Kurzgeschichten, Spielfilme, Buchlesungen und kleine Andachten auf dem YouTube-Kanal der Klötzer Kirchengemeinde hoch.
Wie der „ideale Tag im Pfarrerhomeoffice“ aussieht, zeigt Michael Nolte seit dem Wochenende in einer kleinen Dokumentation. In dem knapp 23-minütigen Film beschreibt er detailliert seinen Arbeitsalltag und gibt Einblick, wie viel Vorbereitung und Zeit er investiert, damit bis zu sieben kleine Filme am Tag für den Internetkanal fertig werden. Damit zieht er auch eine kleine Bilanz über „fast ein Jahr Filmverkündigungsarbeit“. Seit April 2020 hat er diese Aufgabe übernommen und bis inzwischen März 2021, also fast genau ein Jahr, von anfangs unscharfen Amateuraufnahmen bis zu professionell gestalteten Kurzfilmen ausgebaut. 30 Abonnenten hat der YouTube-Kanal, die Videos werden aber von deutlich mehr Menschen angesehen.
In den 23 Minuten, die Einblick in seinen Arbeitsalltag geben, beschreibt Michael Nolte, wie der Tag in Quarnebeck beginnt – am Schreibtisch. Dort überlegt er sich, welche Szenen im Verlauf des Tages gedreht werden sollen. Dazwischen werden E-Mails gecheckt und Telefonate geführt. Jeden Montag nimmt er zudem eine Predigt für den Anrufbeantworter auf, die dann eine Woche lang zu hören ist. Auch die Geburtstagsgratulationen für die Mitglieder der Kirchengemeinde liegen in seiner Hand: entweder telefonisch oder per Post. Dazu gestaltet er kleine Geburtstagsbüchlein, die er ebenfalls im Homeoffice anfertigt.Am Nachmittag müssen die gedrehten Aufnahmen dann geschnitten werden. Weil es dabei im Schneideraum des Pfarrers ziemlich kalt ist, packt er sich in einen wärmenden Schlafsack ein, aus dem am Ende nur Hände und Gesicht rausgucken.

Den Kopf frei bekommen beim Laufen

Um neue Ideen zu sammeln und den Kopf freizubekommen, hat der Pfarrer auf seinem Grundstück in Quarnebeck einen „Denkparcours“ eingerichtet. Während er dort seine Runden läuft und den Kopf so in Bewegung bringt, kommen ihm viele Ideen, die anschließend sofort aufgeschrieben werden müssen, damit sie nicht verloren gehen. Mit dem Hochladen der gedrehten und geschnittenen Filme, was in Zeiten langsamen Internets auch mal etwas länger – nämlich bis zu fünf Stunden – dauern kann, endet der Arbeitsalltag des Pfarrers im Homeoffice.

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