„Mit dem Abbau ist es nicht getan“

Am Ziss gilt neuerdings Tempo 70.

Klötze - Von Monika Schmidt. Wer in jüngster Zeit die Bahnübergänge am Ziss, nach Immekath oder in Kusey passiert hat, dem ist aufgefallen, dass die Hinweisschilder auf den Bahnübergang fehlen.

Auch die Geschwindigkeitsbeschränkungen wurden aufgehoben beziehungsweise verändert. Auffallend ist, dass nur Orts-unkundige mit 70 km/h über den Bahnübergang am Ziss fahren, während Einheimische ihre Geschwindigkeit deutlich reduzieren.

Auf Anfrage der AZ erklärte Harald Kreibich, Pressesprecher des Verkehrsministeriums: „Die neuen Verkehrsbeschränkungen wurden im Ergebnis einer Verkehrsschau mit dem Landesverwaltungsamt, der Polizei, der Verkehrsbehörde des Altmarkkreises und der Straßenbauverwaltung angeordnet.“ Die Stadt Klötze war nicht involviert, betonte Bürgermeister Matthias Mann auf Anfrage, hat sich aber inzwischen erkundigt. Nach Ansicht der Verkehrsexperten ist die Beschilderung mit dem Hinweis auf eine unebene Fahrbahn ausreichend. „Durch den Rückbau der Bahnstrecke hat sich die Beschilderung als schienengleicher Wegübergang als Kreuzung zwischen Straße und Weg erübrigt“, erklärte Harald Kreibich. Durch das Gefahrenzeichen und das weitere Vorhandensein der Andreas-Kreuze werde hinreichend auf den baulichen Zustand des ehemaligen Übergangs verwiesen. „Die Zuständigkeit der Baulast obliegt in diesem Fall von Andreas-Kreuz bis Andreas-Kreuz der Regionaleisenbahn. Dies betrifft auch die Fragen der Unterhaltung“, informierte der Pressesprecher. An die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) möchte sich nun die Stadt Klötze wenden. „Mit dem Verkauf von Schienen kann es nicht getan sein, es müssen auch die übrigen entfernt werden“, sagte Matthias Mann. Er kündigte an, das Gespräch mit dem Geschäftsführer der DRE, Gerhard J. Curth, zu suchen. „Es ist ein Dauerbrennerthema, aber wir werden noch mal nachhaken“, versicherte Matthias Mann.

Abgebaut wurden in diesem Zusammenhang auch die „Smiley“-Hinweistafeln, die an der Kreuzung am Ziss Autofahrer mit grüner und roter Schrift auf ihre Geschwindigkeit hingewiesen hatten. Die Tafeln waren im Auftrag der Jürgen Pegler Rettungsstiftung aufgebaut worden. „Mit dem Auslaufen der Erprobung zum 31. Dezember 2009 wurden diese Anlagen abgebaut“, teilte Harald Kreibich dazu mit. Besonders erfolgreich verlief der Versuch wohl nicht, denn die Tafeln wurden mehrfach bei Unfällen umgeknickt.

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