Kuseyer Ortschaftsrat bemängelt unzureichenden Informationsfluss zum geplanten Kita-Neubau

„50 mal 25 Meter und wie ein H“

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Die Kuseyer Kita „Haus der Zwerge“ soll ein neues Domizil bekommen, 1,5 Millionen Euro sind dafür eingeplant, eine Grundriss-Variante ähnele laut Ortsbürgermeister Klaus Vohs einem „H“ – viel mehr ist dem Ortschaftsrat bislang nicht bekannt. Zu wenig, wie dessen Mitglieder meinen.

Kusey. Für 1,5 Millionen Euro, so steht es im Klötzer Haushalt für 2018, soll im Ortsteil Kusey eine neue Kindertagesstätte entstehen, außerdem ist eine neue Sportstätte für die Grundschule geplant.

Doch vor Ort regt sich zunehmend Unmut darüber, dass über das Wo und das Wie des seit längeren diskutierten Projekte bislang so gut wie nichts an die Öffentlichkeit gelangt ist.

Den nicht nur in ihren Augen „unzureichenden Informationsfluss“ nahmen die beiden Kuseyer Ratsherren Wolfgang Mosel und Thomas Mann zum Anlass, im Rahmen der Ortschaftsratssitzung am Dienstagabend einen entsprechenden Diskussionspunkt für die Tagesordnung zu beantragen. Leider, so bedauerten die beiden Initiatoren, habe der schon vor der Ladungsfrist zur Sitzung eingereichte Antrag keine Beachtung gefunden, sodass es nicht möglich war, Vertreter aus Grundschule, Hort und Kita sowie Elternvertreter mit an den Tisch zu holen. Am Sitzungsabend fand der Antrag schließlich einhellig Zustimmung.

„Keine Vorstellung“ über den „Stand der Dinge“ zu haben, bemängelte in diesem Zuge auch Ortsratsmitglied Martin Schilling. Dass es einen „Stand“ an sich noch gar nicht gebe, warf Ortsbürgermeister Klaus Vohs ein, der auf eine Gesprächsrunde mit Bürgermeister und Amtsleitern zu dem Thema Kita-Neubau am Tag nach der Ortschaftsratssitzung verwies. So gebe es aktuell lediglich Gedankengänge über Standort und Ausführung. Dass „etliche Preise“ noch nicht vorlägen, sei der Hauptgrund dafür, so Vohs, dass noch nichts genaueres bekannt sei. Die Planungen hätten zwar begonnen, von den Ausschreibungen sei man aber noch weit entfernt. Bei der nächsten Zusammenkunft des Klötzer Hauptausschusses am Mittwoch, 28. Februar, soll, so wusste der Ortschefs zu berichten, dann öffentlich diskutiert werden.

Nur so viel konnte Vohs schon über den möglichen Grundriss der neuen Kita sagen: „50 mal 25 Meter und wie ein H – das ist eine Variante“, so der Ortsbürgermeister. Eine entsprechende Skizze gab es gleich dazu.

Thomas Mann erklärte, mit dem Antrag zu bezwecken, die Gespräche frühzeitig in Gang zu bringen. Bereits bekannte Überlegungen, den Hort in das Grundschulgebäude zu verlegen und die Kita ganz in der Nähe zu errichten, sollten vor Ort diskutiert werden. Für eine Meinungsbildung sei es nicht nur wichtig, dass mehr Informationen fließen, sondern auch die „Wünsche und Befindlichenkeiten“ der einzelnen Einrichtungen gehört werden, forderte Mann. Und verwies dabei unter anderem auf die „unterschiedlichen Ruhezeiten“ von Kita- und Grundschulkindern.

Wolfgang Mosel ging noch einen Schritt weiter. Er wünschte sich mehr Mitspracherecht und Kompetenzen für die Ortschaftsräte. „Nur weil wir die Eigenständigkeit verloren haben, darf nicht am Ortschaftsrat vorbei Politik gemacht werden“, erklärte Mosel, der sich unter anderem ein Vetorecht für die Ortsräte vorstellen könnte. Nach dem Motto: Was nicht gefällt, wird nicht gebaut. Doch dafür müsste erst die Kommunalverfassung angepasst werden.

Was die Meinungsbildung zum Kita-Neubau angeht, warf Vohs die Möglichkeit ein, nach der Runde mit den Amtsleitern und vor der Sitzung des Hauptausschusses eine kurzfristige Ortschaftsratssitzung oder zumindest eine Infoveranstaltung einzuberufen.

Von Matthias Mittank

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