Die meisten Fragen blieben offen

Schlechte Präsentation: Klötzer Stadtrat fällt keine Entscheidung zum Kita-Neubau in Kusey

+
Bei der Variante an der Schule würde das Kita-Gebäude (oben links) zum Teil über der ehemaligen Badeanstalt stehen. Dann müsste der Untergrund abgetragen werden, sahen die Stadträte zusätzliche Kosten, die beim Variantenvergleich des Planers Burkhard Melzian unbeachtet blieben.

Klötze. Kopfschütteln, Gemurmel und sichtbarer Unmut: Die Klötzer Stadträte ließen am Dienstagabend ihren Gefühlen relativ freien Lauf. Sie waren sehr unzufrieden mit dem, was die Verwaltung und der beauftragte Planer als Sachstandsinfo zum Kita-Neubau lieferten.

Auftrag aus dem Stadtrat war es, einen Variantenvergleich für die in die Diskussion gebrachten Möglichkeiten eines Kita-Neubaus in Kusey zu erarbeiten. Das sollte ausdrücklich nicht die Verwaltung, sondern ein unabhängiger Gutachter machen, so der Wunsch der Stadträte. Die Erfüllung des Wunsches blieb aus, denn das, was Burkhard Melzian aus Stendal den Stadträten präsentierte, war keine neue Erkenntnis. Sofern die Stadträte überhaupt etwas erkennen konnten, denn anders als gefordert, lagen die Unterlagen weder im Vorfeld noch als Tischvorlage für die Stadträte vor. Die per Beamer an die Wand des Ratssaals geworfene Liste war nicht lesbar, trotzdem sparte es sich der Planer, die konkreten Zahlen für die einzelnen Punkte zu nennen. „Das bringt so gar nichts“, stellte Adolf Fehse (SPD) schon nach relativ kurzer Zeit fest. Und auch andere Stadträte bekundeten ihren Unmut über die Präsentation, zu der es weder von Bürgermeister Uwe Bartels noch von seinem Ordnungs- und Bauamtsleiter Ulf Dittfach weitere Erläuterungen gab.

Fazit der Stadträte: Sie fühlten sich nicht in der Lage, auf Grundlage dieser Präsentation eine Entscheidung für eine Variante zu fällen. Uwe Bartels hätte sich zumindest die Entscheidung für einen Standort gewünscht, um die Planung weiter voranzutreiben. Doch auch dazu sahen sich die Stadträte nicht der Lage, da viele Fragen, zum Beispiel nach dem Preis des zu kaufenden Grundstücks, nach der möglichen Überbauung der früheren Badeanstalt und nach der Anschaffung von Spielgeräten, offen blieben.

Der Planer selbst brachte eine weitere Variante ins Spiel, als er von nur unwesentlich höheren Kosten für einen Massivbau statt einer Modullösung sprach.

Uwe Harms (CDU) empfahl, sich Rat in Gardelegen zu holen, wo derzeit in Jävenitz eine neue Kita mit hoher Förderung gebaut werde. In kurzer Zeit einen neuen Variantenvergleich, „qualitativ wertvoller“, so Adolf Fehse, zu machen, dazu sah sich der Amtsleiter nach längerem Überlegen nicht in der Lage. Somit geht der Stadtrat erst mal in die Sommerpause und wird sich Ende August das nächste Mal mit dem Thema Kita-Neubau beschäftigen.

Von Monika Schmidt

Mehr zu dem Thema steht heute in der gedruckten Ausgabe sowie im E-Paper.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare