Keine Barrierefreiheit möglich

In die Klötzer Mehrgeschosser geht es nur über Treppen

Wohnblöcke im Gebiet an der Wasserfahrt in Klötze mit noch grauen Fassaden
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Im Klötzer Wohngebiet an der Wasserfahrt sind viele Fassaden noch grau, weil die Wohnungsbaugesellschaft zuerst auf die Innensanierung der Wohnungen gesetzt hat.
  • Monika Schmidt
    VonMonika Schmidt
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Klötze – Dass Jens Passier, Geschäftsführer der Klötzer Wohnungsbaugesellschaft bei der Sondersitzung des Stadtrates dabei war, nutzte der UWG-Fraktionsvorsitzende Marco Wille, um sich nach der „strategischen Ausrichtung“ der Stadttochter für die Zukunft zu erkundigen. Vor allem die älter werdenden Mieter hatte Marco Wille dabei im Blick. Es gebe sowohl in der Kernstadt als auch in den Ortsteilen einen Sanierungsstau, ist dem Stadtratsmitglied aufgefallen. „Wie wollen Sie in Zukunft den Wohnbedürfnissen der Mieter nachkommen?“, wollte Marco Wille konkret von Jens Passier wissen. Den Sanierungsstau bestätigte der Wobau-Geschäftsführer. Dabei sei festzustellen, dass es in den Ortsteilen vor allem im Innenbereich der Wohnungen Sanierungsbedarf gibt, da die Gemeinden damals die Dorferneuerung nutzten, um die Fassaden, Dächer, Fenster und Eingangstüren der Wohnblöcke zu erneuern. In der Kernstadt sei es genau umgekehrt: Dort wurde vor allem auf den Innenausbau der Wohnungen nach den Bedürfnissen der Mieter gesetzt, während Fassaden und Dächer – gerade in den beiden großen Wohngebieten Wasserfahrt und Hegefeld in Klötze – nicht an erster Stelle der Maßnahmen der Wohnungsbaugesellschaft standen. „Da gibt es einen erheblichen Nachholbedarf im Außenbereich“, konstatierte Jens Passier.

Keine Chance für Aufzüge

Wohl nicht in Frage kommt in Zukunft für die Wohnungsbaugesellschaft der Anbau von Aufzügen an den Mehrgeschossern. Das Problem: „Wir haben überall Hochparterre. Es muss immer eine halbe Etage über Treppen gelaufen werden“, erklärte Jens Passier weiter. Dennoch möchte er versuchen, zumindest für die ersten Etagen eine gute Lösung zu finden. Deshalb werde bei der Gesellschaft weiter eher auf eine barrierefreie Wohnung gesetzt, indem zum Beispiel Schwellen ausgebaut werden. „Aber was nützt eine barrierefreie Wohnung, wenn sie nicht barrierefrei zu erreichen ist?“, fragte sich Marco Wille. Ob es die Chance gebe, Wohnungen barrierefrei zugänglich zu machen, wollte Wille wissen. Konkrete Planungen gibt es dazu noch nicht, erwiderte Jens Passier. Aber es gebe die Möglichkeit, den Zugang zu einigen Objekten möglichst einfach zu gestalten.

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