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Nur kleine Körner

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Jörg Schödel, Marcus Griem und Jens Winter (v. l.) bedienten die Dreschmaschine. Vorsichtig wurden die einzelnen Garben eingelegt, dann rüttelt die historische Maschine das Korn aus den Ähren und spuckte das Stroh wieder aus.
Jörg Schödel, Marcus Griem und Jens Winter (v. l.) bedienten die Dreschmaschine. Vorsichtig wurden die einzelnen Garben eingelegt, dann rüttelt die historische Maschine das Korn aus den Ähren und spuckte das Stroh wieder aus. © Schmidt

Böckwitz. Es könnte der letzte Dreschtag des Böckwitzer Museumsverein gewesen sein, bei dem auch tatsächlich Getreide durch die alte Dreschmaschine lief. „Wir haben einfach keine Leute“, begründete Willi Schütte, stellvertretender Vorsitzender des Vereins.

Mindestens vier Helfer sind allein nötig, um die alte Dreschmaschine von Ködel und Böhm zu bestücken. Das taten am Sonntag Jens Winter und Jörg Schödel, Vorsitzender und Stellvertreter des Bromer Museumsvereins. Sie wurden von Marcus Griem und Chris Ahrendt von der Jungen Gesellschaft Jahrstedt unterstützt. Die Junge Gesellschaft nutzt das Stroh, um bei der Bärenleier die Bären einzupacken. Das abgedroschene Getreide erhält der Landwirt, der dem Verein das Getreide zur historischen Ernte zur Verfügung stellte. Viel Freude wird er daran wohl nicht haben, die Körner waren sehr klein.

Weil die Helfer fehlen, kam nur die Dreschmaschine zum Einsatz. Dreschflegel und Windfege blieben in der Scheune.

Eine Premiere gab es im Backhaus: Selbst gemachten Flammkuchen aus dem Museumsofen. Den hatte Martin Peters zuvor ordentlich angeheizt, so dass bei 280 Grad der von Christel Kaufmann mit Zwiebeln und Schinkenwürfeln belegte Teig schnell abgebacken war. Für den Flammkuchen gab es von den Besuchern viel Lob. Das freute vor allem Christel Kaufmann. „Ich bin ganz aufgeregt, ob es schmeckt“, sagte sie, als sie die ersten Bleche in den Ofen schob.

In der Scheune ließen die Brunauer Spinnfrauen ihre Spinnräder laufen. Wolle vom Alpaka und vom Schaf wurde versponnen. „Am besten lässt sich frisch geschorene Schafwolle spinnen“, erklärte Bärbel Kahle aus Büste. Aus Alpaka-Wolle fertigt sie unter anderem Hausschuhe an. „Die halten nicht nur die Füße ganz warm, sie schützen auch vorm Schwitzen.“

Von Monika Schmidt

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