Wildwechsel: Dreibein-Projekt an der L 19 im Klötzer Forst mit wenig Erfolg

Mehr Unfälle auf Pilotstrecke

Klötze. „Wenn sich jeder darauf einstellt, sollte das funktionieren“, meinte Revierförster Dietmar Schulze.

Mit Wildwarntafeln und den Dreibeinen, die die Wildunfälle anzeigen, wird im Rahmen eines Pilotprojektes an der L 19 zwischen Klötze und Schwiesau auf die erhöhte Gefahr der Wildunfälle im Altmarkkreis hingewiesen.

Der Wunsch des Försters, dass alle Fahrzeuge nur mit höchstens 70 km/h durch das Waldstück fahren sollten, bleibt ohne entsprechende Geschwindigkeitsbeschränkung Utopie, vermuteten die Beteiligten. „Nur wer so langsam fährt, kann noch rechtzeitig ausweichen“, betonte Schulze. Das ganze Jagdjahr über wurde für jeden Wildunfall ein Kreuz aufgestellt, es kam eine stattliche Anzahl zusammen. Der gewünschte Effekt, dass nämlich die Zahl der Wildfunfälle abnimmt, blieb jedoch aus. Das räumten die Beteiligten am Pilotprojekt, Jäger, Polizei, Forst und Jagdbehörde, am Mittwoch vor Ort ein. Von 16 im Jagdjahr 2013/14 stieg die Zahl auf 19 im Jagdjahr 2014/15.

Und auch in diesem Jagdjahr, das am 1. April begonnen hat, sind schon wieder drei Wildunfälle dazu gekommen. „Trotz der Maßnahmen hat es also einen geringfügigen Anstieg gegeben“, stellte Jens Mösenthin von der unteren Jagdbehörde des Altmarkkreises fest. Insgesamt aber, so informierte Manfred Richter vom Salzwedeler Polizeireiver, ging die Zahl der Wildunfälle landesweit um 828 und im Altmarkkreis um 89 zurück.

An dem Projekt wollen die Verantwortlichen auch für dieses Jagdjahr festhalten und weiter Dreibeine – neuerdings mit grünem Anstrich – aufstellen. Wichtig sei es aber, dass es von den Leitstellen der Polizei und der Feuerwehren rechtzeitig eine Meldung an den Jagdpächter über die Wildunfälle gibt. „Das ist auch im Sinne des Tierschutzes“, appellierte Mösenthin. Denn bei zwei der drei Wildunfälle in diesem Jahr hätte eine Nachsuche erfolgen müssen, da das Wild nicht am Unfallort verendet war. Es gab aber keine Informationen an die Jagdpächter. „Daran hapert es“, machten Schulze und Mösenthin deutlich.

Von Monika Schmidt

Rubriklistenbild: © dpa

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