Mammographie-Mobil macht Halt in Klötze / Frauen ab 50 bekommen automatisch Post

„Früherkennung rettet Leben“

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Eine Röntgenassistentin bereitet die Brust für die Untersuchung am Mammographie-Gerät vor. Die Brust wird zwischen zwei strahlendurchlässige Plexiglasplatten gelegt.

Klötze. Brustkrebs: Sylvie van der Vaart erhielt diese schockierende Diagnose bereits. US-Schauspielerin Angelina Jolie entschied sich aus Angst zu einer präventiven Operation und ließ sich beide Brüste entfernen.

Mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken.

Eine von acht Frauen erkrankt

In Deutschland erkrankt etwa eine von acht Frauen an Brustkrebs, davon ist jede zweite zwischen 50 und 69 Jahre alt. Um die Früherkennung von Brustkrebs zu verbessern, wurde 2003 deutschlandweit ein Mammographie-Screening-Programm eingeführt.

Teil dieses Programms ist unter anderem eine mobile Screening-Einheit, das Mammographie-Mobil (Mammo-Mobil), welches zur Zeit in Klötze Station macht. „Die Wege im ländlichen Raum zu den möglichen Röntgen-Praxen sind sehr weit und ein Teil der Klientinnen tut sich sehr schwer, dann die 40 bis 60 Kilometer entfernten hochspezialisierten Praxen aufzusuchen“, erklärt Dr. Dieter Denck, Programmverantwortlicher Arzt (PVA) des Mammographie-Screening Sachsen-Anhalt Nord. „Durch den Einsatz eines mobilen Röntgen-Wagens sind wir so besser in der Lage die Früherkennungsuntersuchung vor Ort anzubieten und hoffen damit auf eine möglichst hohe Inanspruchnahme der Untersuchung durch kurze Wege“, erläutert Denck den Einsatz des Mammo-Mobils.

Seit 2008 ist das Mammo-Mobil im nördlichen Sachsen-Anhalt unterwegs und steht bereits zum dritten Mal in Klötze. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden durch eine zentrale Stelle im Gesundheitsamt Bremen alle zwei Jahre zum Screening eingeladen. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Kosten der Mammographie trägt die Krankenkasse. „Es gibt derzeit keine bessere reproduzierbare und sicherere Reihenuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs“, ist Denck überzeugt. Nebenwirkungen gibt es bei einer Mammographie so gut wie keine. Denck erklärt: „Die Menge der Strahlung konnte in den vergangenen 20 Jahren deutlich minimiert werden. Außerdem befindet sich der Drüsenkörper bei Frauen über 50 Jahren in einer relativen biologischen Ruhe, so dass Röntgenstrahlen keine relevanten Schaden setzen können.“

Während der Untersuchung wird die Brust zwischen zwei strahlendurchlässige Plexiglasplatten gelegt, die dann kurz zusammengedrückt werden. Dadurch wird der gesamte Drüsenkörper vollständig abgebildet. „Das hat keine gesundheitlichen Nachteile, ist aber kurz unangenehm, wobei das sehr unterschiedlich von Frau zu Frau empfunden wird“, sagt Denck.

Auffällige Befunde werden kontrolliert

Jeder auffällige Befund wird nochmals durch den PVA kontrolliert. Innerhalb von sieben Werktagen erhalten die Teilnehmerinnen das Ergebnis der Untersuchung. Fünf bis sieben Frauen von 100 Teilnehmerinnen werden in die stationäre Einheit nach Stendal eingeladen, wenn bei ihnen ein positiver Befund festgestellt wurde.

Dort nehmen sie an einer Abklärungsdiagnostik teil. „Dazu werden Tastenbefund, gegebenenfalls Zusatzaufnahmen und Ultraschalluntersuchungen mit hochauflösenden Geräten durchgeführt“, erklärt Denck.

Bei ein bis zwei Frauen von zehn, die an der Abklärungsdiagnostik teilnehmen, ist eine Gewebeprobe erforderlich. „Auch hier können wir innerhalb von drei bis sieben Arbeitstagen dann die Befunde endgültig besprechen und der Patienten therapeutische Maßnahmen vorschlagen, wobei sie sich selbstverständlich die infrage kommenden Behandlungseinrichtungen selbst auswählt“, erläutert Denck. Maximal 14 Tage liegen zwischen der Mammographie und einer möglichen Befundbesprechung nach einer Gewebeentnahme. Damit keine langen Wartezeiten entstehen, ist die zeitliche Abfolge der Untersuchungen durch das Früherkennungsgesetz strengstens geregelt.

Über die Teilnahme kann sich der Stendaler Arzt nicht beschweren. „Insbesondere im ländlichen Bereich wie der Altmark wird unser Mammographie-Mobil sehr gut angenommen, so dass etwa 70 Prozent der eingeladenen Frauen daran teilnehmen Das ist im Bundesdurchschnitt mit ganz oben“, freut sich Denck.

Früherkennung spielt bei Krebserkrankungen eine große Rolle. Wird der Brustkrebs rechtzeitig entdeckt, können überflüssige und unangenehme Behandlungen vermieden werden.

Noch bis 11. Februar in Klötze

Nur ein kleiner Anteil an Frauen benötigt dann noch eine Chemotherapie. „Desto früher erkannt, umso besser behandelt“, ist sich Denck sicher. Noch bis zum Dienstag, 11. Februar, wird das Mammo-Mobil auf dem Parkplatz der Zinnberghalle in Klötze stehen.

Von Katharina Schulz

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