Verwaltung geht schon jetzt mit gutem Beispiel voran

Linke in Klötze haben viele Ideen fürs Klima

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Die E-Ladesäule vor der Klötzer Bibliothek ist noch nicht in Betrieb, aber schon ein sichtbares Zeichen, dass sich die Stadt mit dem Thema Klimaschutz beschäftigt.

Klötze – Die Ideen der Aktion Fridays for Future findet Bernd Hamann, Vorsitzender der Klötzer Linkspartei, gut. Bei der Mitgliederversammlung wollte er mit seinen Mitgliedern darüber sprechen, welchen Beitrag die Stadt Klötze zum Klimaschutz leisten kann.

„Die Jugendlichen fordern den Ausbau der Radwege, eine Rufbus-App und kostenlose Schülerbeförderung“, nannte Bernd Hamann einige Beispiele. Alles Dinge, die auch er unterstützen würde.

Zudem verwies der Klötzer darauf, dass sich die Stadt Salzwedel das Ziel gegeben habe, bis 2039 eine „klimaneutrale Stadt“ zu werden. „Wir sollten auch für uns darüber nachdenken, was wir in der Stadt Klötze dafür tun können“, forderte Bernd Hamann seine Mitglieder auf. „Jeder persönlich kann schon jetzt sein Scherflein dazu beitragen“, empfahl er. Ein erster Schritt sei es zum Beispiel, keine Lebensmittel wegzuwerfen. „Müssen wir in der Stadt mit dem Auto fahren?“, fragte Hamann und verwies darauf, dass er persönlich die Wege in der Stadt schon jetzt mit Rad erledige. Radfahren und Fußmärsche seien klimafreundliche Alternativen zur Auto-Nutzung. Wolfgang Mosel warnte dagegen vor zu weitreichenden Forderungen, beispielsweise was den Verzicht auf das Auto angehe. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht der Landbevölkerung mit den Forderungen schaden“, sagte er. „Wir müssen hier Autofahren“, machte der Kuseyer deutlich. Denn schon jetzt sei es nicht möglich, den Kreis flächendeckend mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) abzudecken. „Dazu reichen die Kapazitäten von Bussen und vor allem Busfahrern schon jetzt nicht aus“, erklärte er.

Wolfgang Mosel setzt sich dennoch für den ÖPNV ein. Zwar wurde seine Idee, die Bushaltestelle an der Straße der Jugend in Klötze umzugestalten, vom Ortschaftsrat zunächst verworfen. Der Kuseyer gibt aber nicht auf. Er hat einen Termin mit Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt und weiteren Ortschaftsräten gemacht, um ihnen vor Ort die Problematik zu erklären. „Die Busfahrer haben mich angesprochen, dass es Probleme bei Leuten gibt, die dort aussteigen wollen“, berichtete er. Bis zu 30 Zentimeter sei der Unterschied zwischen Bus und Straße, wenn dort ausgestiegen werde, da die Niederflurbusse nicht bis an den Gehweg kommen können. Die Busnutzer müssen direkt bis zur Straße runtersteigen. Wer mit Kinderwagen oder Rollator unterwegs ist, für den ist der Ausstieg nur schwer machbar, erklärte Wolfgang Mosel weiter.

Ganz schlecht steht die Stadt beim Thema „Klimaneutralität“ nicht da, wie Bürgermeister Uwe Bartels im AZ-Gespräch einschätzte. Er verwies zum einen auf die neue E-Ladesäule vor der Bibliothek, die bald in Betrieb gehen soll. „Wir müssen aber abwarten, wie diese angenommen wird“, wollte Uwe Bartels sich noch nicht festlegen, ob die Stadt weitere solcher Angebote machen wird. Auch ein Elektrofahrzeug gibt es im Bestand der Stadt noch nicht. Es werde aber geprüft, ob zumindest für die kurzen Wege in der Einheitsgemeinde ein solches Fahrzeug angeschafft werden können. „Für die Stadtwirtschaft ist das wegen der geringen Leistung allerdings nichts“, betonte Uwe Bartels. Ansonsten würden die Mitarbeiter im Rathaus viele Wege innerhalb von Klötze auch mit dem Rad erledigen können, denn Dienstfahrräder hält die Kommune schon eine ganze Weile vor.

VON MONIKA SCHMIDT

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