Wolfgang Mosel aus Kusey macht Vorschläge zur Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV im Kreis / Linie 400„landesbedeutend“

„Linie 300 sollte bis nach Wolfsburg geführt werden“

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Setzt sich seit Jahren für den ÖPNV ein: Ortschafts-, Stadtrats- und Kreistagsmitglied Wolfgang Mosel.

mit Klötze / Kusey. Da es zu wenige Fahrgäste gebe, steht die Zukunft der Buslinie 400 auf der Kippe (AZ berichtete).

Ortschaftsrats-, Stadtrats- und Kreistagsmitglied Wolfgang Mosel aus Kusey setzt sich nicht nur für den Erhalt der von Gardelegen über Klötze nach Beetzendorf führenden Verbindung ein. Der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel mbH (PVGS) hat er nun weitere Vorschläge zur Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV im Altmarkkreis Salzwedel unterbreitet.

Doch zunächst zur Linie 400: Diese habe laut Mosel eine hohe Bedeutung für die Region Klötze und müsse als landesbedeutsame Linie eingestuft bleiben. „Die Stadt Gardelegen übernimmt für die Einheitsgemeinde Klötze unter anderem folgende Funktionen: Amtsgericht, Arbeitsamt, ambulante fachärztliche Grundversorgung wie Radiologie und Chirurgie sowie die stationäre Versorgung durch das Altmarkklinikum. Weiterhin sind Berufspendler auf diese Verbindung angewiesen“, erklärte Mosel in einem Brief an die PVGS. Aus diesem Grund sei es wichtig, schon in den Morgenstunden eine gute Busverbindung auch in den Ferien zu haben. Gegenwärtig würde es in den Ferien jedoch eine Einschränkung des Busverkehrs geben. Derzeit sei es so, dass um 5.30 Uhr ein Bus von Klötze nach Gardelegen fährt und dann erst wieder um 8.23 Uhr. Mosels Vorschlag: „Den Takt so verändern, dass zwischen 5.30 Uhr und 8.30 Uhr an Werktagen stündlich ein Bus von Klötze nach Gardelegen und in Gegenrichtung fährt.“

Für Fahrgäste in den südwestlichen Ortsteilen der Einheitsgemeinde Klötze ist die Linie 300 von Salzwedel nach Oebisfelde, wie der Kuseyer unterstreicht, von großer Bedeutung. „Sie würde meines Erachtens noch mehr Zuspruch finden, wenn die Linie nicht mehr nach Oebisfelde, sondern gleich nach Wolfsburg geführt wird“, schlägt Mosel vor. Denn der Bahnhof in Oebisfelde habe leider seine Bedeutung verloren und sei nur noch ein Durchgangsbahnhof. Alle Züge der Regionalbahn in Richtung Stendal und Magdeburg starten und enden dagegen in Wolfsburg. Dieser Entwicklung sollte in der Verkehrsplanung Rechnung getragen werden. Deshalb mache es laut Mosel Sinn, die Linie wie folgt zu verändern (von Klötze in Richtung Wolfsburg): „Klötze ZOB“, „Klötze Süd“, „Kusey Ort“, Kusey Süd“, „Röwitz Ort“, Neuferchau Ort“, „Kunrau Schule“, „Kunrau Ort“, dann zusätzlich „Jahrstedt Ort“, „Böckwitz“, „Zicherie“ und „Wolfsburg HBF“. Die Fahrgäste der PVGS hätten dadurch noch weitere Vorteile, da sie die Infrastruktur des Wolfsburger Bahnhofes nutzen und Fernzüge nach Berlin erreichen könnten. In diesem Zusammenhang bittet Mosel zudem zu prüfen, ob an Werktagen diese Linie im Ein-Stunden-Takt geführt werden könne.

Weiterhin sieht das Kreistagsmitglied zur Linie 300 auch noch Bedarf in den Abendstunden. Gegenwärtig sei es so, dass der letzte Bus von Salzwedel nach Oebisfelde um 19.07 Uhr in Salzwedel abfährt. „Das halte ich für nicht mehr zeitgemäß. Ich sehe Bedarf, einen weiteren Takt gegen 21 Uhr hinzuzufügen, der es Fahrgästen ermöglicht, länger in Salzwedel zu bleiben. Dieser Bus könnte dann in Kunrau enden“, erklärt Mosel, der auf diese Situation „unter anderem von Bürgern aus Beetzendorf“ angesprochen wurde.

Dass zwischen Röwitz und Oebisfelde nun ein Rufbus fahren soll, gefällt ebenfalls nicht. Besser wäre es nach Ansicht des Kuseyers, wenn die Verkehrsplaner für den Naturpark Drömling ein gesondertes Angebot schaffen würden.

Ein weiterer Punkt auf der Mosel-Liste ist die „unzureichende Verbindung der Samtgemeinde Brome mit dem Umland“. Denn für die Einwohner von Steimke, Kunrau, Jahrstedt und Böckwitz sei es notwendig, die Grundversorgung, die Brome bietet, nutzen zu können. Das bisherige Rufbusangebot sei unzureichend und sollte ausgebaut werden.

Zur Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV gehöre für den Kommunalpolitiker aber auch, dass es „an wichtigen Haltestellen öffentliche Toiletten gibt“. Die Stadt Klötze habe den Anfang gemacht, Salzwedel soll folgen. Auch Gardelegen, Beetzendorf, Kalbe oder Arendsee sollten öffentliche Toiletten vorhalten. Denn „eine Nachrüstung der Linienbusse mit Toiletten“ halte Mosel „für nicht machbar“. Diese seien so konzipiert, dass sie auch Kinderwagen und Rollstühle aufnehmen können.

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