Nebel: Ärgernis für Autofahrer, Gefahr für Schulkinder / Verkehrsexperte gibt Tipps

Licht an und Tempo runter

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Autofahrer sollten sich nicht auf die Lichtsensoren ihres Pkw verlassen. Denn das Tagfahrlicht geht bei Nebel nicht zuverlässig an und die Rücklichter bleiben aus. Andere Verkehrsteilnehmer erkennen dadurch das Auto erst spät.

Klötze. Mal ist es angenehm warm, mal wird es plötzlich eiskalt. Man überlegt dauernd, ob Winter- oder Übergangsjacke angezogen werden – typisches Novemberwetter.

Die ständigen Temperaturschwankungen zu dieser Jahreszeit machen nicht nur Frostbeulen zu schaffen, auch Autofahrer sind genervt. Denn die Wetterhochs und -tiefs bringen häufig Nebel mit sich. Besonders ärgerlich und gefährlich bei sehr schlechten Sichtverhältnissen ist vor allem, wenn andere Verkehrsteilnehmer kaum zu erkennen sind. Denn viele vergessen, rechtzeitig das richtige Licht einzuschalten.

„Sehen und gesehen werden lautet das Motto“, erklärt Frank Semisch, Pressesprecher der Polizei des Altmarkkreises Salzwedel. „Wann das Licht angeschaltet werden muss, hängt von den Sichtbedingungen ab, also Schnee, Regen, Nebel oder Dunkelheit beziehungsweise das Eintreten der Dämmerung“, sagt der Verkehrsexperte im Gespräch mit der AZ.

So sind zum Beispiel Lichtsensoren bei Autos nicht immer zuverlässig. Sie reagieren zwar auf Dunkelheit, jedoch nicht auf Nebel, Rauch oder starken Regen bei relativer Helligkeit. Zudem bleiben die Rücklichter dabei dunkel. Sicherer ist es, das Abblendlicht per Hand einzuschalten, bevor der Hintermann auffährt oder plötzlich bremsen muss.

Übertrieben ist dagegen dauerhaft mit eingeschalteten Nebelscheinwerfern oder Nebelschlussleuchte zu fahren. „Die Nebelscheinwerfer muss man ausmachen, wenn die Sicht wieder besser ist. Die Schlussleuchte macht man nur bei einer Sichtweite von unter 50 Metern an“, informiert Frank Semisch. Wer bei Nebel oder im Dunkeln ohne Licht unterwegs ist, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld von bis zu 90 Euro rechnen.„Gerade bei den „Einäugigen“ hören wir oft die Ausrede, dass das gerade erst passiert ist. Das Licht muss auf dem kürzesten Weg repariert werden. Man kommt zu spät zur Arbeit, zählt als Ausrede nicht“, weiß Frank Semisch. Denn leicht schätzen andere Verkehrsteilnehmer dadurch die Fahrzeugbreite falsch ein, das Unfallrisiko steigt. Der Experte warnt vor zu hohen Geschwindigkeiten bei schlechten Sichtverhältnissen. „Wenn ich nur 50 Meter weit sehen kann, darf ich auch höchstens 50 km/h fahren. Langsamer geht natürlich immer“, so Frank Semisch. Verkehrt ist es auch, sich zu stark an den Rückleuchten des Vordermanns zu orientieren und dicht aufzufahren. „Bei Nebel muss man damit rechnen, dass die Fahrbahn nass ist, der Anhalteweg verlängert sich“, so der Polizeisprecher. Vorsicht ist zu dieser Jahreszeit auch bei nassem Laub auf der Straße und sogenanntem „Bauernglatteis“ geboten. Also Dreck auf der Straße, der durch Mais- oder Rübentransporte entsteht. Sehen und gesehen werden gilt übrigens auch für Fußgänger und Radfahrer, rät Frank Semisch, das heißt helle Bekleidung anziehen, das Fahrradlicht muss funktionieren und der Schutzhelm sollte möglichst reflektieren. „Das spielt besonders bei Kindern auf dem Weg zur Schule eine große Rolle“, betont Semisch. Abc-Schützen sollten deshalb unbedingt ihre Warnwesten anziehen, die sie zum Schuljahresbeginn bekommen haben. „Je kleiner das Kind, umso wichtiger ist, dass es gut zu sehen ist “, sagt der Polizeisprecher.

Von Katharina Schulz

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