Gefällte Bäume, umgebuddelter Dorfplatz: Einwohnerin kritisiert Röwitzer Ortsbild

„So lässt man einen Ort sterben“

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Hinter dem Röwitzer Ehrenmal standen bis vor Kurzem zwei stattliche Ulmen. Dass diese gefällt wurden, missfällt Einwohnerin Angelika Schröder, die aber noch deutlich mehr am Ortsbild auszusetzen hat.

Röwitz. Ein lückiger werdender Baumbestand, sich durch den Ortskern buddelnde Bauunternehmen und Laternen, die bereits um 22 Uhr abgeschaltet werden:

„So lässt man einen Ort sterben“, lautete das Fazit von Angelika Schröder aus Röwitz in einer E-Mail, die Kuseys Ortsbürgermeister Klaus Vohs im Rahmen der Ortschaftsratssitzung verlas. Den jüngsten Anlass für Kritik am Röwitzer Ortsbild, das „so hässlich“ sei „wie die Nacht“, machte die Einwohnerin, die auch an der Sitzung teilnahm, an zwei gefällten ortsbildprägenden Bäumen fest, die zuvor am Ehrenmal für die Gefallenen der Weltkriege standen.

Um Röwitz lebenswerter zu machen, müsse dringend gehandelt werden. So zählte Angelika Schröder in ihrer E-Mail als Wünsche unter anderem das Pflanzen von mindestens sieben neuen Bäumen, ein Wiederherstellen des Dorfplatzes mit erkennbaren Zuwegungen zu den Höfen, eine angeschaltete Straßenbeleuchtung bis Mitternacht bzw. deren Umstellung auf LED-Technik auf.

Dass es sich bei den besagten Bäumen um zwei kranke Ulmen handelte, also um eine Baumart, die europaweit durch einen Pilz bedroht sei, wusste der Ortschef zu berichten. Schon vor ein paar Jahren sei versucht worden, die Gehölze mit dem Entfernen von Totholz zu retten – vergeblich. Eine gesetzliche Pflicht für das Nachpflanzen bestehe für die Kommune in diesem Fall nicht, machte Vohs auf Nachfrage deutlich. Dies sei nur bei durch Baumaßnahmen bedingten Fällungen der Fall. Die Stadt tue sich, was das Pflanzen von Bäumen betrifft, zuweilen zwar schwer, er werde sich aber, so stellte der Ortsbürgermeister in Aussicht, für neue Bäume in Röwitz stark machen. In diesem Zuge bot Vohs der Einwohnerin einen gemeinsamen Vor-Ort-Termin im Frühjahr an, bei dem auch ein Spezialist zugegen sein soll. Dieser könne erklären, wo welche Baumart Sinn mache. Mittels Lageplan soll zudem gleich vor Ort die für das Pflanzen nicht unerhebliche Eigentumsfrage geklärt werden.

Dass Röwitz durch die seit Jahresmitte 2017 laufenden Erdarbeiten mittlerweile aussehe, wie eine Großbaustelle, musste auch Vohs zugeben. Wie in Kusey habe er auch die Bauarbeiten in Röwitz stets im Blick. Doch nicht immer würden sich die Unternehmen an Absprachen halten, zum Beispiel was das Wiederherstellen von Pflasterungen betrifft. Man werde nur vertröstet. Das Ergebnis sei „eine traurige Sache“, bedauerte der Ortschef.

Was die nächtliche Beleuchtung der Straßen angeht, empfahl der Ortsbürgermeister: „ruhig bleiben“. Denn je mehr über das Thema diskutiert werde, so sein Eindruck, je mehr werde abgeschaltet. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass in absehbarer Zeit auf LED und in diesem Zuge auf eine durchgehende nächtliche Beleuchtung umgestellt werde.

Von Matthias Mittank

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