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Kuseyer Ortschaftsrat fordert Erhalt der Grundschul-Standorte

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Von: Ulrike Meineke

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Blick auf die Grundschule in Kusey.
Wenn die Mindestschülerzahlen in Kusey nicht erreicht werden, müsse über eine Änderung des Einzugsbereiches nachgedacht werden, fordern Kuseys Ortsbürgermeister und der Ortschaftsrat. © Schmidt, Monika

Kusey – „So weit darf es nicht kommen“, meldet sich Ortsbürgermeister Norbert Nieder mit Blick auf die Diskussion im Klötzer Stadtrat zur Schließung der Grundschule in Kusey (AZ berichtete) zu Wort. Nieder beruft sich auf einen Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2014, in dem sich die Politiker zum Erhalt aller drei Schulstandorte im Stadtgebiet bekannt hatten.

„Die Schulgebäude sollten nacheinander saniert werden“, ruft der Ortsbürgermeister in Erinnerung. In Klötze und Kunrau sei das bereits geschehen. Für die Kuseyer Grundschule stünden die Fördermittel für ein neues Brandschutzkonzept bereit. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Baumaßnahmen, die verzögert werden, grundsätzlich teurer werden“, betont Nieder.

Wenn die erforderlichen Mindestschülerzahlen nicht erreicht werden können, müsse über eine Änderung des Einzugbereiches der Schulen nachgedacht werden, fordert der Ortsbürgermeister. Und er erinnert daran, dass dies der Hintergrund bei dem Stadtratsbeschluss zum Erhalt der drei Standorte war.

Nieder ruft ferner in Erinnerung, dass sich sowohl das Land Sachsen-Anhalt als auch der Altmarkkreis für den Erhalt kleiner Schulen ausgesprochen hatten und dass es zusätzliche Fördermittel für solche kleinen Schulen gibt. „Von daher sollte der Stadtrat seine Entscheidung über die langfristige Nutzung der Schulstandorte noch einmal überdenken“, fordert Nieder.

Der Kommunalpolitiker listet in einer Presseerklärung auf, dass neben der Grundschule eine funktionstüchtige, gut ausgestattete Sporthalle zur Verfügung steht, die sowohl für den Schulsport als auch vom örtlichen Sportverein TSV 1919 mit seinen zur Zeit 352 Mitgliedern genutzt werde. Der Belegungsplan der Halle weise eine 100-prozentige Auslastung aus. Ein Steinwurf weiter stehe der neu gebaute Kindergarten für mehr als 100 Kinder, auch die Kleinsten nutzen diese Einrichtung. Bei einer Schließung der Grundschule sei auch die Sporthalle in Gefahr, da sie energetisch an das Schulgebäude gekoppelt ist, gibt Nieder zu bedenken.

Die gesamte Region verliere an Attraktivität, wenn nur noch über Schließungen, Rückbau und Abwanderung berichtet wird. Zuwanderung junger Menschen gelingt laut Norbert Nieder nur, wenn eine gut funktionierende Infrastruktur vorhanden ist. Dazu gehörten Bildung und Betreuung, Versorgung und Gewerbe. Nieder: „Wir dürfen die Lebensqualität in der ländlichen Region nicht weiter senken. Ich als Ortsbürgermeister von Kusey und auch der Ortschaftsrat sind für den langfristigen Erhalt der Grundschule Kusey.“

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