Die Verantwortung ist zu groß

Kuseyer Ortswehr erteilt Traditionsfeuern eine Absage

Der abgesperrte Osterfeuerplatz in Kusey mit einem Zettel, der das Anliefern von Baumschnitt untersagt.
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Die Annahme von Baumschnitt ist auch am Kuseyer Osterfeuerplatz untersagt worden.
  • Monika Schmidt
    vonMonika Schmidt
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Zu den Aufgaben der Feuerwehr gehört das Löschen, nicht das Anzünden von Feuern. Die Kuseyer Ortswehr hat deshalb dem Ortsbürgermeister ganz klar angesagt, dass sie das Abbrennen von Traditionsfeuern zu Ostern oder im Herbst nicht mehr beaufsichtigen wird.

Kusey – Eigentlich sollte noch bis Ostern Baumschnitt am Kuseyer Osterfeuerplatz angenommen werden, doch das hatte die Verwaltung kurzfristig für alle Orte in der Einheitsgemeinde Klötze untersagt. Wie der Kuseyer Ortsbürgermeister Norbert Nieder im jüngsten Ortschaftsrat informierte, gibt es in diesem Jahr in Kusey weder ein Osterfeuer, noch werde das angesammelte Holz geschreddert. Die Osterfeuer werden von der Stadt wegen der Pandemiebeschränkungen nicht genehmigt. „Und das Schreddergut im vergangenen Jahr war von der Qualität so schlecht, dass es keiner haben wollte“, begründete Norbert Nieder, warum auch diese Variante nicht gewählt wird.

In diesem Zusammenhang informierte Ortschaftsratsmitglied Alf Giggel über eine Mitteilung der Kuseyer Ortsfeuerwehr, dass sie „nicht mehr als Veranstalter von Oster-, Herbst- und anderen Feuern auftritt“. „Diese Nachricht habe ich erhalten“, antwortete der Ortsbürgermeister. Als Begründung habe die Feuerwehr angegeben, dass für eine Haftbarkeit gesorgt werden müsse, informierte Nieder. Als Beispiel werde genannt, dass der Wehrleiter zur Verantwortung gezogen wird, wenn sich jemand am Feuer verletzt. Das Risiko sei zu hoch. Außerdem dürfe die Feuerwehr keine Einnahmen haben, könne also nicht den Ausschank und Bratwurstverkauf übernehmen, wusste Norbert Nieder. „Ich sehe die Entscheidung der Feuerwehr ein“, betonte er.

Norbert Nieder wollte aber nicht ausschließen, dass es dennoch weiterhin Brauchtumsfeuer in Kusey geben werde, wenn dafür Verantwortliche gefunden werden. Schon im vergangenen Jahr hatte die Kuseyer Feuerwehr im Herbst nicht die Aufsicht beim Abbrennen des Feuers übernommen und stattdessen zu einem Beisammensein am Gerätehaus mit Feuerschalen eingeladen.

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