Klötzer Ortsteil bewirbt sich um Teilnahme an Projekt

„Kunst fürs Dorf“ soll nach Kunrau

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Kunst fürs Dorf: Was beispielsweise in Seethen durch die LandArt-Projekte schon über Jahre gang und gäbe ist, könnte auch in Kunrau umgesetzt werden. Der Ortsteil beteiligt sich an einem bundesweiten Wettbewerb der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft.

Kunrau. Als Künstlerdorf könnte sich im kommenden Jahr Kunrau präsentieren – wenn es der Ort in die Auswahl der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft schafft.

Diese sucht bundesweit drei Orte mit bis zu 3 000 Einwohnern, die für sechs Monate einen Künstler aufnehmen, und drei Künstler, die für sechs Monate in einem Dorf leben und gemeinsam mit den Einwohnern ein Kunstprojekt gestalten. Einstimmig gab der Stadtrat am Mittwochabend grünes Licht, dass sich der Ortsteil Kunrau an dem Wettbewerb beteiligt. „Der Beschluss soll nur unser Mitmachen signalisieren“, warnte Bürgermeister Matthias Mann vor zu hohen Erwartungen. Ob es Kunrau letztendlich auch in die Auswahl schaffe, sei damit noch nicht gesagt.

Die Bedingungen im Ortsteil sind gut: So würde der Künstler einen Raum der ehemaligen Kasse im Kunrauer Schloss mit Blick in den Park als Atelier zur Verfügung gestellt bekommen. Mit der Wohnungsbaugesellschaft ist geklärt, dass dem Künstler eine Wohnung im Neubaublock an der Lindenstraße für die sechs Monate zur Verfügung gestellt werden kann. „Das ist der einzige Aufwand, den die Stadt damit hat“, warb Matthias Mann um die Zustimmung des Stadtrates.

Durch das Projekt soll, so erklärt es die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft, „das Dorf als lebendiger Aktionsraum auf neue Weise erfahrbar machen“. Ziel ist es, „mittels der Kunst die öffentliche Wahrnehmung des ländlichen Raums zu verändern und den Menschen Anregungen für eine konstruktive Auseinandersetzung mit der dörflichen Lebenswirklichkeit zu geben“. Begleitet wird das Projekt vom ZDF und Arte, die eine mehrteilige Dokumentation über die teilnehmenden Dörfer und Künstler drehen und Ende 2013 ausstrahlen wollen.

Der Kunrauer Ortschaftsrat hatte sich bereits am Dienstag für die Teilnahme ausgesprochen. Kritik von Burkhart Hartmann, dass der Ort nicht früher informiert wurde, wies Bürgermeister Matthias Mann zurück: „Der Ortsbürgermeister war unterrichtet.“

Von Monika Schmidt

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