Christa Ringkamp findet Gebäude und Park ideal für das Landesprojekt

Kunraus Schloss als Gartentraum?

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Das Kunrauer Schloss mit seinem historischen Park könnte in das Projekt Gartenträume des Landes aufgenommen werden. Christa Ringkamp von der Gartenakademie will sich dafür einsetzen, die Stadt ist noch zurückhaltend.

Kunrau. Auch für Kunrau hat die Gartenakademie Sachsen-Anhalt, wie schon für andere Ortsteile der Einheitsgemeinde Klötze (wir berichteten) ein Motto gefunden: „Goldwinkel Kunrau“ heißt es. Und nicht nur das.

Christa Ringkamp von der Gartenakademie unterbreitete den Klötzer Stadträten den Vorschlag, Kunrau mit Schloss und Park in das Programm „Gartenträume“ aufzunehmen.

„Das Land überlegt, weitere Gärten und Parks in das Projekt aufzunehmen“, berichtete die Landschaftsgärtnerin den Stadträten. „Das wäre etwas für Kunrau“, warb sie. Allerdings solle zunächst die Landtagswahl abgewartet werden, bevor das Wirtschaftsministerium in Sachen Gartenträume wieder tätig wird. Bislang sind 43 Parks und Gartenanlagen in dem Projekt zusammengefasst. Der Norden des Landes ist dabei stark unterrepräsentiert. Neben dem Krumker Park sind es die Gardelegener Wallanlagen, die in nächster Nähe als Gartentraum ausgewiesen sind. Bei der benachbarten Hansestadt könnten sich die Klötzer Stadträte erkundigen, ob die landesweite Werbung etwas bringt und ob die Stadt ermessen kann, wie viele Besucher durch die Prospekte und Werbung angelockt werden. Gerade auf dem Grüngürtel, der die Gardelegener Innenstadt umschließt, ist es schwer einzuordnen, ob die Spaziergänger nun Einheimische oder Auswärtige sind. Da kein Eintritt erhoben wird, gibt es keine messbaren Zahlen.

Für die Gartenträume wird in Broschüren und bei den Tourismusbörsen geworden. „Ich habe für Kunrau plädiert, weil dort schon das Schloss vorhanden ist“, erklärte Christa Ringkamp den Stadträten. Neben Kunrau hat sie das Zichtauer Gut angemeldet. Die Mehrzahl der bisherigen Gartenträume-Projekte stammt aus dem Süden Sachsen-Anhalts, allen voran der Wörlitzer Park.

Damit Kunrau als Gartentraum aufgenommen werden kann, gebe es noch einiges zu klären, machte Christa Ringkamp jedoch deutlich. Sind denkmalrechtliche Genehmigungen nötig? Muss restauriert werden? Müssen historische Strukturen wieder hergestellt werden, gibt es Sichtbeziehungen zwischen den Pflanzungen, ist die Neuanlage von Wegen nötig? Ganz wichtige Punkte sind die touristische und kulturelle Nutzung des Schlosses. Welche Angebote es gibt und ob Besucher beispielsweise die Sanitäranlagen nutzen können, muss geklärt werden. Wünschenswert wäre es nach Ansicht der Gartenexpertin auch, wenn sich in dem Schloss ein Café befinden würde, um die gastronomische Versorgung der Besucher sicherzustellen.

Aus ihrer bisherigen Arbeit weiß Christa Ringkamp, dass sich die Menschen in der Region sehr für Gärten interessieren. Das werde auch immer wieder bei den Vorträgen deutlich, die die Gartenakademie anbietet. In diesem Jahr gibt es zudem eine Gartenreise nach England, die schon ausgebucht ist.

Während Christa Ringkamp versuchte, die Stadträte von dem Projekt Gartenträume für Kunrau zu begeistern, zeigt sich Bürgermeister Matthias Mann im AZ-Gespräch etwas zurückhaltender. Denn es fallen auch Kosten an. Ganz unverbindlich, so informierte Matthias Mann, hatte er die Vertreterin der Gartenakademie schon mal um ein Honorarangebot gebeten, falls sich die Stadträte für das Projekt begeistern können. Dabei gebe es durchaus noch Verhandlungsbedarf, hat der Bürgermeister festgestellt.

Von Monika Schmidt

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