Kunraus Ortschaftsrat einigte sich auf drei Prioritäten: Freibad, Schloss und Digitalisierung 

„Klötze als lebenswerte Heimat“

Der Erhalt des Freibades, das Schloss und die Digitalisierung sind die drei Prioritäten, auf die sich der Ortschaftsrat von Kunrau einigte. 	Foto: Schmidt
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Der Erhalt des Freibades, das Schloss und die Digitalisierung sind die drei Prioritäten, auf die sich der Ortschaftsrat von Kunrau einigte.
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Das Entwicklungskonzept war ein Thema im Kunrauer Ortschaftsrat. Dafür einigten sich die Mitglieder des Ortschaftsrates auf drei Prioritäten: den Erhalt des Freibades, das Schloss und die Digitalisierung. 

Kunrau – „Klötze als lebenswerte Heimat ist das Motto des Entwicklungskonzeptes“, leitete der Kunrauer Ortsbürgermeister Uwe Bock die Beratung zum IGEK im Ortschaftsrat ein. „Und zu Klötze als Einheitsgemeinde gehören wir alle.“ Es werde eine Art Prioritätenliste für die Orte erstellt, was dort in den kommenden Jahren abgearbeitet werden soll. Für Kunrau geht aus den Prognosen hervor, dass der Ort bis 2030 33 Einwohner und damit 15 Haushalte verlieren werde. Bei der Daseinsversorgung sei Kunrau relativ gut dabei, schätzte Uwe Bock mit Blick auf Kita, Schule, Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten. Allerdings fehlen Ärzte. „Immerhin haben wir einen Zahnarzt. Aber ein Allgemeinmediziner fehlt. Da sollten wir nachhaken“, wünschte sich Bock. Wer einen Arzt kennt, der sich ansiedeln möchte, sollte sich mit der Stadt in Verbindung setzen. Die alte Praxis könnte wieder genutzt werden. Gut aufgestellt ist Kunrau auch beim Thema Feuerwehr, denn der Ort ist ein Stützpunkt. „Es muss mit aller Macht versucht werden, den Nachwuchs einzubinden, damit der Stützpunkt auch erhalten bleibt.

„Was wir nicht haben, sind Bauflächen“, machte der Ortsbürgermeister ein großes Defizit aus. Auch Glasfaseranschlüsse fehlen, da nur ein Bruchteil derzeit mit Breitband erschlossen wird, es aber 200 Haushalte ohne schnelles Internet gibt. Ralf Kuske bedauerte, dass in dem Konzept die vergangene 16 Monate und die Corona-Pandemie überhaupt nicht berücksichtigt sind. „Das fehlt völlig“, stellte er fest. Auch die Mobilfunkabdeckung im Ort sei schlecht, ebenso fehle in dem Konzept das Thema E-Mobilität. Am Schloss und an allen öffentlichen Einrichtungen sollten Ladesäulen aufgestellt werden, regte er an.

Das Radwegenetz in Kunrau und im Drömling ist gut ausgebaut, nur gibt es bislang für die neuen Touren noch keine Radwanderkarte beim Fremdenverkehrsverein. „Was fehlt ist, dass die Leute bei ihren Radtouren zur Versorgung dableiben können“, schätzte Uwe Bock ein. Der Bäcker habe seit Corona unregelmäßig geöffnet, wegen des geschlossenen Bades werde im Sommer auch der Kiosk in der Badeanstalt nicht öffnen. Er erinnerte an eine frühere Idee, das Schloss umzunutzen und dort ein kleines Café einzurichten. Generell sollte perspektivisch über eine Umnutzung des Schlosses nachgedacht werden. „Das Schloss ist für viele der Magnet von Kunrau.“ Es braucht eine neue Planung. Außerdem besteht schon wieder Sanierungsbedarf, auch wenn erst vor einiger Zeit umfangreich saniert wurde. „Auch in den Innenräumen ist ein neues Konzept für die Vermarktung nötig“, so Uwe Bock. Es müsse ein Konzept erarbeitet werden, wie Fördermittel für das Schloss gewonnen werden können. „Jeder möchte sich gern mit dem Schloss präsentieren, aber keiner will investieren.“ Schloss und Park sollten attraktiver gestaltet werden. Der Ortsbürgermeister erinnerte an die Idee der Ortschaftsräte für die Hochzeitsbäume. „Das kam leider nicht zum Tragen, dabei wäre es eine schöne Sache gewesen“, bedauerte Uwe Bock. Dazu sollte auf jeden Fall noch mal nachgehakt werden.

Am Ende einigten sich die Kunrauer Ortschaftsratsmitglieder auf drei Prioritäten für die Zukunft: den Erhalt des Freibades, das Schloss und die Digitalisierung.

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