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Keine Schweinemastanlage in Kunrau

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Von: Monika Schmidt

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Ein gemaltes Plakat als Protest gegen eine geplante Schweinemastanlage
Erfolgreich haben die Kunrauer ihre Stimme gegen Schweinefabriken erhoben - nach mehr als elf Jahren mit Erfolg. © Schmidt

Nach mehr als elf Jahren ist der Kampf der Kunrauer gegen die geplante Schweinemastanlage gewonnen. Die BUND-Ortsgruppe freut sich.

Kunrau – „Können wir den Sekt jetzt kaltstellen?“, fragte Raimund Berndt im Kunrauer Ortschaftsrat ganz vorsichtig nach. Sekt kaltgestellt und auf ein gutes Ende gehofft, das haben die Kunrauer schon einige Male.

„Aber jetzt können wir den Sekt auch trinken“, versicherte Ralf Schumann. Der BUND-Ortsgruppenvorsitzende aus Kunrau hatte für den Ortschaftsrat gute Nachrichten mitgebracht: Der geplante Bau einer Schweinemastanlage in Kunrau ist endgültig vom Tisch. „Es gibt keine genehmigte Baugenehmigung mehr“, erklärte Ralf Schumann. Seit Dezember wusste die Ortsgruppe von der Entscheidung der Genehmigungsbehörde, wartete aber noch Schriftverkehr und Fristen ab, um nicht noch einmal zurückrudern zu müssen, erklärte Ralf Kuske. Zu einem späteren Zeitpunkt wollen die Ortsgruppenmitglieder das ganze Verfahren noch einmal im Detail erläutern, kündigte er an. Der BUND-Ortsgruppenvorsitzende erinnerte, dass die Investorengruppe aus Bad Bentheim im vergangenen Jahr zum dritten Mal eine Fristverlängerung für die Baugenehmigung beantragt hatte. Dagegen hatten die Kunrauer Klage eingereicht. „Diese dritte Fristverlängerung ist nicht genehmigt worden“, erinnerte Ralf Schumann weiter.

Doch die Vorfreude der Kunrauer, dass der Bau damit gescheitert ist, war verfrüht. Die Investoren antworteten mit einer Klage gegen die Nicht-Verlängerung. Dabei sprachen schon in der Begründung der Entscheidung durch die Genehmigungsbehörde alle Fakten für die Kunrauer: Unter anderem hat sich in dem seit mehr als elf Jahren andauernden Kampf die Gesetzeslage zum Bau solcher Großbetriebe verändert, auch der Standort wird inzwischen nicht mehr als privilegiert eingestuft. Dennoch hatten die Bad Bentheimer es mit einer weiteren Klage versucht. „Diese haben sie im Dezember aber zurückgezogen“, berichtete Ralf Schumann weiter. Damit sind auch die beiden noch offenen Klagen der BUND-Ortsgruppe hinfällig. Das Verfahren ist abgeschlossen. „Wenn die Investoren nun noch bauen wollen, müssen sie einen komplett neuen Antrag stellen“, erklärte Ralf Schumann den Ortschaftsräten. Dieser müsse sich an die aktuell gültige Gesetzeslage halten, um genehmigt zu werden. „Der alte Antrag würde nicht genehmigt werden“, machte Ralf Schumann deutlich. 

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