„Kunrau hätte sich das Freibad nicht mehr leisten können“

Bis zum Neptunfest Ende Juli hatte es im Kunrauer Freibad bereits mehr als 15 000 Gäste gegeben. Ob sich die Stadt Klötze die Einrichtung in den nächsten Jahren weiterhin leisten kann, ist derweil fraglich.

mit Kunrau. Wie lange kann sich die Stadt Klötze mit dem Klötzer Waldbad und dem Kunrauer Freibad zwei Badeeinrichtungen innerhalb der Einheitsgemeinde leisten? Bürgermeister Matthias Mann deutete während der Kunrauer Ortschaftsratssitzung am Donnerstagabend an, dass es finanziell schon bald eng werden könnte.

So schlagen die beiden Einrichtungen jährlich jeweils mit einem Defizit von rund 60 000 Euro im Klötzer Haushalt zu Buche, wie Matthias Mann auf Nachfrage informierte. Zusammen beträgt die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben also rund 120 000 Euro – eine stolze Summe in Zeiten knapper Kassen. Wenn sich die Stadt Klötze nur noch ein Bad leisten kann, stünde wohl zunächst das Kunrauer Freibad auf dem Prüfstand. Sollte es zur Schließung kommen, sieht das Klötzer Stadtoberhaupt den Schwarzen Peter nicht auf seiner Seite. „Wäre Kunrau noch eigenständig geblieben, hätte sich die Gemeinde das Bad in diesem Jahr schon nicht mehr leisten können“, erklärte der Bürgermeister. Und sorgte damit zum Teil für schockierte Gesichtsausdrücke bei den Mitgliedern des Ortschaftsrates. Denn Kunrau, so Matthias Mann, hätte in diesem Jahr bei Öffnung des Freibades mit einem Loch von rund 100 000 Euro im Gesamthaushalt wirtschaften müssen – sämtliche Einnahmen und Ausgaben eingerechnet, wie er betonte. Schuld daran wären vor allem deutlich geringere Landeszuweisungen nach dem Finanzausgleichsgesetz, so der Bürgermeister. „Ich habe kein Interesse daran, Schwimmbäder oder Dorfgemeinschaftshäuser zu schließen. Ich bin aber auch keine eierlegende Wollmilchsau“, machte Matthias Mann auf die finanzielle Lage aufmerksam. Letztlich entscheide auch nicht er, sondern der Klötzer Stadtrat.

Kunraus Ortsbürgermeister Uwe Bock hatte zuvor über die nun langsam auslaufende Badesaison im Kunrauer Freibad informiert. So hatte es nach einem schleppenden Start in den beiden Sommermonaten Juni und Juli immerhin bis zu 300 Gäste täglich gegeben. „Die Leute waren mit den Bedingungen sehr zufrieden“, erklärte Uwe Bock. Wann die Badesaison im Kunrauer Freibad endet, steht derweil noch nicht fest.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare