Morgen ist ein entscheidender Tag für die Klötzer Kita-Ausbaupläne

Kreis setzt Prioritäten

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Die Liste, über die der Jugendhilfeausschuss am Mittwoch befinden soll, ist längst nicht mehr aktuell. So hat die Stadt Klötze 600.000 Euro an Gesamtkosten für den Neubau einer Kindertagesstätte in Schwiesau beim Altmarkkreis angemeldet, im Haushalt von 2018 stehen aber nur noch 100.000 Euro für einen Umbau.

Klötze. Das wird eine wichtige Entscheidung für die Einheitsgemeinde Klötze, die am morgigen Mittwoch vom Jugendhilfeausschuss des Kreises getroffen werden soll.

Das Gremium beschäftigt sich mit einer Prioritätenliste für die Förderung von Bauprojekten an Kindertagesstätten. Vier Projekte hat die Stadt Klötze beim Kreis eingereicht und hofft auf eine Förderung.

Allerdings gibt es ein Problem, auf das der Klötzer Hauptamtsleiter Christian Hinze-Riechers schon im Herbst hingewiesen hatte. Die Anmeldung der Maßnahmen für die Förderung erfolgte ein bisschen „auf blauen Dunst“. Es war weder klar, was gefördert wird, noch wie viel Geld zur Verfügung steht. Und auch die Projekte, die die Stadt beim Kreis angemeldet hat, hatten damals noch keinen konkreten Finanzierungsplan.

Inzwischen hat der Klötzer Stadtrat den Haushalt für 2018 beschlossen und darin ganz andere Summen festgelegt, als beim Kreis angemeldet wurden.

So steht der Kita-Neubau in Kusey, der in diesem Jahr realisiert werden soll, im städtischen Haushalt mit einer Bausumme von 1,5 Millionen Euro. Geplant ist eine Förderung von 800.000 Euro. In der Meldung an den Kreis für die Kinderbetreuungsfinanzierung wurden jedoch Gesamtkosten von 3 Millionen Euro gemeldet. Damit soll der Neubau inklusive Ausstattung finanziert werden. 29 neue Plätze sollen so geschaffen werden. Der Neubau ist nötig, so begründet die Stadt in ihrem Antrag, weil eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes aufgrund der Bausubstanz und des Baugrundstückes unwirtschaftlich ist. Deshalb soll zwischen Grundschule und Turnhalle in Kusey eine neue Kita entstehen. Parallel zum Jugendhilfeausschuss beschäftigt sich morgen übrigens auch der Klötzer Hauptausschuss mit dem Thema, der sich dazu den Kuseyer Ortschaftsrat als Gäste eingeladen hat.

Insgesamt stehen dem Altmarkkreis aus dem Bundesprogramm, von dem das Land Sachsen-Anhalt 27,8 Millionen Euro bekommt, nur 1,143 Millionen Euro zur Verfügung. Berechnet wurde die Summe entsprechend der Bevölkerung unter sechs Jahre mit Stand von 31. Dezember 2015. Der Geburtenboom in der Einheitsgemeinde Klötze, durch den die Schaffung vor allem weiterer Krippenplätze nötig ist, hat erst danach begonnen.

1,134 Millionen Euro insgesamt für den Altmarkkreis – sechs Träger haben für 21 Einrichtungen Bedarf angemeldet, neben der Stadt Klötze sind das Gemeinden aus der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf sowie zwei Tagesmütter. 6,6 Millionen Euro insgesamt stehen an Baukosten in der Liste. Mit den drei Millionen Euro Baukosten übersteigt das Vorhaben von Klötze die insgesamt zur Verfügung stehende Summe schon weit.

Und die Stadt hat noch drei weitere Maßnahmen angemeldet: 100.000 Euro für den Umbau der Kita Kunrau in Absprache mit dem Jugendamt und durch bauliche Auflagen bedingt, 50.000 Euro für die Brandschutzauflagen in der Klötzer Kita Spatzennest und 600.000 Euro für den Neubau einer Kindertagesstätte in Schwiesau sollen ebenfalls aus dem Topf gefördert werden.

Aufgabe für den Jugendhilfeausschuss wird es nun sein, aus den beantragten Maßnahmen eine Prioritätenliste zu erstellen, um die zur Verfügung stehenden 1,134 Millionen Euro auf die Antragsteller aufzuteilen. Der Jugendhilfeausschuss tagt am Mittwoch um 17 Uhr im Raum „Stadt Gardelegen“ der Kreisverwaltung.

Von Monika Schmidt

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